Olympische ambitionen? das deutsche sport-system am limit!
Ein erstaunliches Bild zeichnet sich ab: Während Deutschland sich für Großereignisse wie Olympische Spiele bewirbt, scheinen die Grundfesten des Sportsystems zu bröckeln. Die Situation der Bundestrainer ist alarmierend und wirft ernsthafte Fragen nach der Leistungsfähigkeit desdeutschen Sports auf.

Vergessene architekten des erfolgs
Lara Broich, U19-Tischtennis-Bundestrainerin, brachte das Problem im Dezember 2025 auf den Punkt, als sie für ihre Auszeichnung geehrt wurde. Ihre Worte waren ein Weckruf: „Würden wir Dienst nach Vorschrift machen, würde das System nicht funktionieren.“ Ein klarer Appell für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die in vielen Fällen einem Traumjob ebenbürtig sind.
Holger Hasse, Präsident des Berufsverbands der Trainerinnen und Trainer im deutschen Sport (BVTDS), betont die jahrelange Frustration und die vielen „Brandbriefe“ und Positionspapiere, die bisher kaum Wirkung gezeigt haben. „Es fehlt der politische Wille, etwas zu verändern“, klagt er. Deutschland sei „noch nicht reif für Olympische Spiele“, wenn der Umgang mit Trainern so weitergeht.
Sabine Tschäge, Ruder-Bundestrainerin, kennt das Gefühl des Schattendaseins nur zu gut. Bei der Gala 2021 erhielt sie ihren Preis erst, nachdem die Kameras abgestellt worden waren – die Trainer waren erneut Randfiguren. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von Überstunden und ständigen Reisen. „Wertschätzung“, so Tschäge, „möchte jeder haben, und diese könnte sich auch in einer höheren Gehaltszahl niederschlagen.“
Die Umfragen des BVTDS zeigen ein erschreckendes Bild: Das Durchschnittsgehalt für Bundestrainer liegt bei lediglich 55.000 Euro jährlich, oft bei 40.000 Euro. Überstunden werden in der Regel nicht ausgeglichen, und seit sieben Jahren gibt es keine Inflationsausgleiche. Hartmut Paulat, ehemaliger Sportdirektor des Deutschen Judo-Bundes, sprach vor Jahren von einem „Dummenfang“-Gefühl, wenn er Trainern solche Verträge anbieten musste.
Das System versagt, wenn über die Hälfte der Trainer befristete Verträge hat und sich regelmäßig bei der Arbeitsagentur melden muss. Die Abwanderung von Top-Trainern ins Ausland, wo sie das Sechs- bis Siebenfache verdienen können, ist ein deutliches Zeichen der Alarmstufe Rot. Georg Hackl, der ehemalige Rodel-Bundestrainer, ist nur ein Beispiel.
Der BVTDS fordert ein Konjunkturprogramm für Trainer, das beim Nachwuchs ansetzen sollte. Stattdessen treiben Verbände, die sich primär auf die 102 Spitzensportverbände konzentrieren, die Situation weiter an. Einige Landessportbünde bieten jedoch bereits bessere Arbeitsbedingungen, was Hoffnung gibt.
Die Situation zeigt deutlich: Deutschland muss seine Trainer wertschätzen und finanziell unterstützen, wenn es weiterhin auf internationaler Ebene erfolgreich sein will. Sonst bleiben die olympischen Ambitionen leere Versprechungen.
