Olympique marseille feuert longoria – chaos-klub stürzt tiefer
Pablo Longoria ist weg. Olympique Marseille zog am Montag die Reißleine und entließ den Mann, der seit 2021 als Präsident das Sagen hatte. Die Trennung kommt nicht überraschend, sie ist der finale Akt eines Machtkampfs, der den Klub seit Wochen lähmt.
Benatia sitzt am längeren hebel
Der ehemalige Bundesliga-Profi Medhi Benatia hat das Duell gewonnen. Nach der 0:5-Pleite im Classique gegen PSG und dem frühen Aus in der Champions League war Longoriaisoliert. Benatia, Sportdirektor und einstige Langfinger-Abwehrchef, drohte mit dem Rücktritt – setzte sich durch. Die Kompetenzen des Spaniers wurden gestutzt, seine Autorität war futsch. Montagmorgen folgte die förmliche Abberufung.
Die Zahlen sind gnadenlos: Seit Jahresbeginn holte OM in der Ligue 1 gerade einmal 13 Punkte aus elf Spielen. Die Fans spüren die Lethargie, das Stadion pfeift. Wer jetzt das Ruder übernimmt, ist offen. Der Name Michel Platini kursierte – und wurde sofort von ihm selbst dementiert. Der Europameister von 1984 will nicht zurück ins Geschäft, das bestätigte er RMC.

Was bleibt, ist ein klub ohne kompass
Trainer Jean-Louis Gasset ist Interimslösung, der Kader wirkt auseinandergelebt. Die nächsten Gegner: Lille, Nice, Lens. Ohne klare Führung wird die Saison zur Geduldsprobe. Marseille, einst Stolz der Côte d'Azur, droht zum Spielball der eigenen Turbulenzen zu werden. Die Hafenstadt atmet noch den Gestank der Niederlage – und wartet auf einen Retter, der nicht kommt.
