Olympia mailand-cortina: sonnekalbs verpasste chance – friesinger-postma sieht große zukunft
Enttäuschung für finn sonnekalb bei olympia
Mailand/Cortina – Die Hoffnungen auf eine Top-Platzierung über 1500 Meter bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina sind für den jungen deutschen Eisschnellläufer Finn Sonnekalb geplatzt. Im Gespräch mit Birgit Nössing und Fabian Hambüchen im Rahmen von „Forza FaBi“ analysierte Anni Friesinger-Postma den Lauf und ordnete die Umstände ein.

Krankheit und pech im duell bremsen sonnekalb
Laut Friesinger-Postma spielte eine vorausgegangene Erkrankung eine Rolle, die Sonnekalb etwas geschwächt hatte. Zudem hatte der 18-Jährige im direkten Duell mit Sander Eitrem etwas Pech gehabt. “Er musste komplett alleine laufen und erst auf den letzten hundert Metern kam der Norweger heran”, so die Expertin. Die Erkältung und der damit verbundene Energieverlust, kombiniert mit dem Druck, hätten ihm letztendlich zu schaffen gemacht.

Stolz überraschend geschlagen – ning zhongyan triumphiert
Die eigentlichen Protagonisten des Rennens waren jedoch andere. Jordan Stolz, der dominierende Läufer der letzten zwei Jahre, musste sich überraschend dem ChinesenNing Zhongyan geschlagen geben. Dieser stellte mit einer Zeit von 1:41,98 Minuten einen neuen olympischen Rekord auf. “Wir hatten alle Stolz auf den ersten Platz gesetzt, aber Olympia ist eben unberechenbar”, kommentierte Friesinger-Postma.
Friesinger-postma: „sonnekalb muss gesund bleiben“
Obwohl Stolz mit der Silbermedaille „nur“ Zweiter wurde, sah Friesinger-Postma den Grund für seine Niederlage in seiner Verkrampfung. “Er musste eigentlich nur abrufen, was er sonst auch macht, aber es ging nicht. Vielleicht war es auch der Druck nach seinen beiden Goldmedaillen.” Für Sonnekalb bedeutet dies, aus dieser Erfahrung zu lernen.
Eine vielversprechende zukunft für sonnekalb
Friesinger-Postma blickt optimistisch in die Zukunft von Sonnekalb: “Er ist drei Jahre jünger als Stolz, erst 18 Jahre alt. Seine Zeit wird noch kommen. Er kann noch in diesem Jahr bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Innzell Gas geben und Medaillen gewinnen.” In vier Jahren, mit 22 Jahren, stehe ihm die gesamte Eisschnelllauf-Zukunft offen.
Die rolle der high-tech-anzüge
Ein weiterer Aspekt, der bei Olympia eine Rolle spielt, sind die speziellen Anzüge, die zu Medaillengaranten werden können. “Es ist verdächtig”, merkte Friesinger-Postma mit einem Augenzwinkern an. “Die Italiener, Niederländer und Kanadier haben diesen Anzug. Wenn dieser Anzug im Windkanal die besten Ergebnisse einfährt, dann ist das vielleicht auch mental ein Vorteil. Dieser Anzug ist aktuell eben das Nonplusultra.”
Sonnekalbs weg zum erfolg
Vor den Spielen hatte Sonnekalb bereits erklärt, dass er sich fast wieder zu 100 Prozent fit fühle. Trotzdem reichte es nicht für eine Top-Ten-Platzierung. Die Teilnahme an Olympia war für den jungen Athleten eine wertvolle Erfahrung, aus der er zweifellos lernen wird. Die kommenden Wettkämpfe werden zeigen, ob er an seine bisherigen Leistungen anknüpfen kann.
