Olympia 2036: ioc legt neuen zeitplan fest – deutschland im rennen?
Die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2036 nimmt Fahrt auf: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) unter der neuen Präsidentin Kirsty Coventry hat einen aktualisierten Zeitplan vorgestellt, der die Entscheidung auf Mitte 2029 festlegt. Ein Schritt, der die Tür für eine Rückkehr zu mehr Demokratie im Auswahlprozess öffnet, aber auch neue Fragen aufwirft – insbesondere für Deutschland, das sich aktiv um die Ausrichtung der Spiele bewirbt.

Ein dialog, der sich verzögert?
Die Reformen des IOC unter Thomas Bach, die die Rolle der Vollversammlung bei der Ausrichterwahl drastisch reduzierten, scheinen nun wieder revidiert zu werden. Coventry, im Wahlkampf versprochen, die Vollversammlung wieder stärker einzubinden, setzt nun auf einen Prozess, der mehr Mitspracherecht einräumt. Doch der Weg dorthin ist lang und mit vielen Zwischenstufen gespickt. Der sogenannte „kontinuierliche Dialog“ (continuous dialogue), in dem sich Deutschland aktuell befindet, könnte sich als Lotterie erweisen.
Bereits im März 2027 entscheidet das IOC-Exekutivkomitee über die Aufnahme in den „strategischen Dialog“. Hier wird es ernst: Passen die deutschen Ambitionen zu den Vorstellungen des IOC? Eine Fokussierung auf bestimmte Kontinente könnte die Chancen Berlins, Münchens oder Köln-Rhein-Ruhr zunichtemachen, bevor überhaupt eine nennenswerte Bewerbung vorliegt. Die neue Zwischenstufe birgt somit ein erhebliches Risiko.
Es ist ein Balanceakt: Deutschland muss seine Stärken präsentieren – eine hervorragende Infrastruktur, eine leidenschaftliche Sportgemeinschaft – aber gleichzeitig die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen, die das IOC zunehmend in den Fokus rückt. Die Entscheidung des DOSB im September, ob die Bewerbung verfolgt wird, wird daher mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Vergabe von Olympischen Spielen ein komplexes und oft unvorhersehbares Unterfangen ist. Die jüngsten Entwicklungen rund um die Spiele in Mailand-Cortina 2026 – mit erheblichen Kostenüberschreitungen und logistischen Herausforderungen – sollten als Warnsignal dienen. Die neue Zeitlinie des IOC könnte jedoch auch eine Chance für Deutschland darstellen, sich als zuverlässiger und nachhaltiger Gastgeber zu profilieren.
Die Frage, ob Deutschland 2036, 2040 oder 2044 Gastgeber sein wird, ist offen. Doch eines ist sicher: Der Wettkampf um die Olympischen Spiele hat begonnen, und Deutschland muss sich wappnen.
