Öhlins feiert 50 jahre: geheime ducati-verbesserung enthüllt
Inmitten des 50-jährigen Jubiläums von Öhlins, dem schwedischen Spezialisten für Fahrwerkskomponenten, hat sich ein faszinierendes Kapitel in der MotoGP-Geschichte aufgetan. Eine exklusive Vorführung in Upplands Väsby offenbarte mehr, als die strengen Sicherheitsvorkehrungen der Ingenieure vermuten ließen – insbesondere im Hinblick auf eine hochgeheime Zusammenarbeit mit Ducati.
Die ultimative herausforderung: ducatis wunsch nach minimaler fahrzeughöhe
Die Stimmung in der Fabrik war angespannt. Reporter wurden mit Ausflüchten wie „Ich kann dazu keine Auskunft geben“ und „Das ist vertraulich“ abgewiesen. Doch der Druck war groß, da Öhlins eine Schlüsselrolle in der Entwicklung von Spitzenmotorrädern spielt und nun seit 50 Jahren die Welt des Motorsports dominiert. Von bescheidenen Anfängen als Anpassung für Kenth Öhlins‘ Motocross-Motorrad hat sich das Unternehmen zu einem globalen Player entwickelt, der nun Teil des Brembo-Imperiums ist – selbst das renommierteste Unternehmen im Bereich Bremsen.
Ein Schwerpunkt der Enthüllungen lag auf der jüngsten Zusammenarbeit mit Ducati. „Ducati hat uns die extremste Anfrage gestellt, die wir je erhalten haben“, gestand Jonas Torstensson, der Verantwortliche für den Motorsportbereich bei Öhlins. Der Wunsch: Die Fahrzeughöhe des Motorrads so weit wie möglich zu reduzieren. Während Ducati bereits über das „Holeshot“-Gerät zur Absenkung des Hinterrads verfügte, sollte dieses nun nahtlos mit der Hinterradfederung integriert werden, deren Bewegungsspielraum auf lediglich 25 Millimeter beschränkt werden sollte.
Ein Vier-Monats-Projekt im Geheimen
„Sie kamen mit einem Problem und baten uns um eine Lösung. Wir haben es gemeinsam entwickelt“, erklärte der Ingenieur. Die Entwicklung dieses innovativen Systems dauerte vier Monate, und die Enthüllung erfolgte strategisch. Öhlins teilte die Informationen im Oktober 2024 mit, nachdem eine exklusive Phase für Ducati bis zum Test in Valencia 2025 vereinbart worden war. „Natürlich konnten es ab diesem Jahr alle haben, wenn sie es wollten“, fügte Torstensson hinzu. Bemerkenswert ist, dass die Technologie nicht patentiert ist.
Die eigentliche Aktivierung des Systems erfolgt jedoch über eine Hydraulikeinheit von Ducati, was die Komplexität der Zusammenarbeit noch erhöht. Laut Vorschriften wird diese Technologie ab 2027 verboten sein, Ducati darf sie aber bis dahin weiterhin einsetzen.

Aerodynamik, pirelli und die zukunft von öhlins
Neben den Federungstechnologien beschäftigt sich Öhlins auch mit der Integration von Fahrwerk und Aerodynamik. „Mehrere Hersteller haben uns gebeten, die Federung in die Aerodynamik zu integrieren“, verriet Torstensson. Doch Öhlins hält sich zurück, da bereits große Veränderungen für 2027 geplant sind, darunter neue Pirelli-Reifen und 850-ccm-Motoren. „Wir werden lediglich bestehende Komponenten verbessern“, betonte der Ingenieur.
Die schwedische Firma verfolgt einen pragmatischen Ansatz: „Wir tragen eine Verantwortung dafür, dass unsere Produkte nicht unnötig teuer werden, obwohl sie keineswegs billig sind“, erklärte Torstensson. Obwohl die genauen Kosten eines vollständigen Federungssatzes geheim bleiben – „Darüber kann ich leider keine Auskunft geben“ – unterstreicht dies die Philosophie von Öhlins, Qualität und Leistung zu einem fairen Preis anzubieten. Die Firma gewinnt Titel mit Diskretion und hält sich an eigene Regeln, die von allen respektiert werden.
Die 471 Weltmeistertitel sprechen für sich. Öhlins ist ein stiller, aber unumgänglicher Bestandteil des Erfolgs im MotoGP und der Formel 1 – ein Beweis für schwedische Ingenieurskunst und die Leidenschaft für den Motorsport.
