Málaga – almería: ein fußballspiel überschattet von historischem leid
Der Anstoß steht bevor, die Stadien beben, die Rivalität kocht. Doch beim Aufeinandertreffen von Málaga und Almería lastet eine dunkle Geschichte auf dem Spiel: La Desbandá, die Flucht der Kinder, Frauen und Alten, ein Trauma, das die beiden Städte bis heute verbindet.

Ein vormarsch, der alles veränderte
Februar 1937. Die Truppen des nationalen Lagers rücken in Málaga ein, die Republikaner verlieren die Kontrolle. Während die Milizen noch versuchten, die Stadt zurückzugewinnen, ergriffen Tausende das Weite, auf der Suche nach Sicherheit in Almería, einem Ziel, das weiter entfernt lag als Granada, aber noch unter der Kontrolle der Regierung von Largo Caballero.
Die N-340, eine Straße, die sich eng an der Küste entlangschlängelt und deren Ausblicke in guten Zeiten für Postkartenmaterial sorgten, wurde zur Todesstraße. Denn das nationale Lager nutzte die Nähe zum Meer, um die Fluchtlinie mit Schiffen unter dem Kommando von Salvador Moreno und Francisco Bastarreche zu beschießen. Die ersten Angriffe ereigneten sich in der Nähe von Vélez-Málaga. Die genaue Zahl der Opfer wird bis heute diskutiert, Schätzungen liegen zwischen 4.000 und 5.000 Toten.
Die Ankunft der Vertriebenen in Almería drei Tage später ist ein erschütterndes Kapitel der Bürgerkriegsgeschichte. Hunderte Kinder starben in den Armen ihrer Familien, weitere hundert waren in blutgetränkter Kleidung, verzweifelte Väter und erschöpfte Großeltern, deren Gesichter vom Sonnenbrand und dem Staub der Bomben gezeichnet waren. Die Bilder sind unvergesslich und zeugen von unermesslichem Leid.
Es ist eine Erinnerung, die über den Fußball hinausgeht. Ein Mahnmal für die Opfer und ein Appell für den Frieden. Denn auch wenn die Leidenschaft für das Spiel hochkocht, dürfen wir die Vergangenheit nicht vergessen. Die Verbindung zwischen Málaga und Almería ist stärker als jede sportliche Rivalität.
Meine Großmutter Pepa, eine begeisterte Fußballerin, die diesen Anblick mit weniger als einem Jahr erlebt hat und die ich sicher bin, heute das Spiel verfolgt, erzählte mir von dieser Tragödie. Sie war meine erste Quelle für diese Geschichte. Möge dieses Spiel eine Erinnerung an die Menschlichkeit sein, an die Notwendigkeit, aus der Geschichte zu lernen, und an die Bedeutung des Zusammenhalts.
