Ogbus stürmt zurück, lienhart wartet: freiburgs abwehrduell entzweit die fans
Bruno Ogbus spielte sich in drei Monaten vom Relegationskandidaten in die Europa-League-Startelf – und muss sich nun fragen, ob er überhaupt bleibt. Die Antwort liefert Philipp Lienhart, der nach seiner Bauchmuskelzerrung zurückkehrt und den Platz neben Matthias Ginter für sich beansprucht. Ein Duell, das den SC Freiburg in der Rückrunde spaltet.
Die achillessehne, die alles veränderte
Ende 2024 riss Ogbus’ Sehne durch, die Karriere schien zu stocken. Heute steht er vor 14 Einsätzen in Serie, zwölfmal von Anfang an. „Die Jungs vom Athletikstall haben mich wieder aufgerichtet“, sagt er im Stadionmagazin Heimspiel und klingt dabei, als hätte er das Skript selbst geschrieben. Die Statistik spricht für ihn: Kein Gegentor in den letzten 312 Minuten mit ihm in der Viererkette.
Doch die Rückkehr des Österreichers Lienhart wirft Schatten. Gegen Genk durfte er nach Verletzungspause erstmals wieder durchjoggen, in Hamburg schon nach der Pause. Drei Tackle, zwei klare Pässe – und ein Blick Richtung Trainerbank, der sagt: Ich will meinen Platz zurück. Schuster schwärmt noch von Ogbus, aber die Länderspielpause nützt Lienhart. Wien ruft, er wird 90 Minuten machen. Ogbus bleibt zu Hause, weil die Schweizer U21 ihn braucht.

Freiburgs selbstversorgung wird zum luxusproblem
Vor Jahresfrist dachte der Klub noch über eine Leihe für Ogbus nach. Dann fielen Lienhart und Rosenfelder aus, Ginter lag mit Fieber im Bett. Plötzlich spielten Treu, Ginter, Ogbus, Makengo gemeinsam – alle aus der eigenen Fußballschule. Schuster zählte stolz: „Fünf hinten, alles eigene Kinder.“ Die Mutter aller Abwehrketten, geboren im Breisgau.
Jetzt droht der logische Preis: Jemand muss weichen. Ogbus kann auf rechts aushelfen, doch da patrouilliert ebenso ein Akademie-Produkt, Kiliann Sildillia. Die Karten sind neu gemischt. Wer sitzt, schmollt nicht – das war Freiburgs Stärke. Aber die neue Härte testet den Teamgeist. Lienhart ist Kapitänshilfe, Ogbus der neue Liebling. Einer wird auf der Bank landen.
Die Entscheidung fällt am 24. April, wenn Freiburg nach der Länderspielpause gegen Bochum ran muss. Schuster wird nicht lange fakeln. Er wird die Taktikbrett-Variante wählen, die Spannung zerreißt. Ogbus hat bereits angekündigt: „Ich will weiter zeigen, was ich kann.“ Lienhart schweigt, aber sein Körper spricht: Er ist wieder bei 100 Prozent. Freiburg hat den Luxus, zwei Top-Verteidiger für einen Platz zu haben. Der Verlierer dieses Duells wird trotzdem gewinnen – Europa-League-Fußball. Der Rest ist Drama genug.