Handball-profi kehrt zurück: veit schlafmann wechselt zur s3l

Er war weg, um die Welt zu entern – und kehrt nun zurück, wo alles begann. Veit Schlafmann, 25, Zweitliga-Erfahrung im Gepäck, zieht es nach drei Jahren in Konstanz wieder an die Bergstraße. Ab Sommer trägt der gebürtige Heidelberger das Trikot der Spielgemeinschaft S3L. Kein Transfer wie jeder andere. Ein Heimkommen mit Klasse.

Leutershausen ruft – und er kommt

Die Zahlen sprechen für sich: 72 Einsätze in der 2. Bundesliga, Meistertitel mit der HSG Konstanz, Aufstieg, dann Abstieg, nun der Neuanfang. Für S3L ist das mehr als ein Kader-Upgrade. Es ist eine Botschaft. „Wir holen keinen x-beliebigen Spieler, wir holen Veit“, sagt Mark Wetzel, sportliche Leitung. „Er kennt jeden Flur, jeden Winkel hier. Und er kann Rechtsaußen auf höchstem Niveau spielen.“

Das Duo Schlafmann/Schwarzer auf der Außenbahn? Feinster Handball-Bollywood. Zwei Tempogaranten, ein eingespielter Bruder im Tor – Tile Schlafmann steht in der 2. Herren zwischen den Pfosten. Familienbonus inklusive. „Ich bin kein Fremder, ich bin ein Zuhause-Kommender“, sagt Veit. Kein Pathos, nur Tatsache.

Was er wirklich mitbringt

Was er wirklich mitbringt

Die Rede ist von Erfahrung, aber das klingt nach Aktenordner. Schlafmann bringt mehr: Er bringt die Coolness eines Mannes, der schon vor 3.000 Zuschauern in Ludwigshafen aufgelegt hat. Er bringt die Frische eines Spielers, der mit 25 noch lange nicht fertig ist. Und er bringt die Sehnsucht, wieder anzugreifen, statt nur zu verteidigen.

In Konstanz war er Stammspieler, aber die Luft wurde dünner nach dem Abstieg. Die 3. Liga ist kein Abstellgleis, sondern seine persönliche Schaltstelle zurück zu mehr Spielzeit, mehr Verantwortung, mehr Freude. „Ich will Tore schießen, ich will Spiele entscheiden“, sagt er. Kein PR-Satz, sondern ein Mann, der weiß, was er will.

Die saisonvorschau kocht schon

Die saisonvorschau kocht schon

S3L hat sich in der vergangenen Spielzeit in der 3. Liga Süd stabilisiert, nun folgt der nächste Schritt. Mit Schlafmann holt sich der Verein einen Spieler, der die Lücken zwischen Angriff und Abwehr schließen kann. Ein Rechtsaußen, der auch mal in die Mitte rutscht, ein Typ, der in der 60. Minute noch sprintet, als wäre es die erste.

Die Fans können sich freuen: Die Derby-Tage gegen Hirschberg, Weinheim oder Ketsch bekommen ein neues Gesicht. Und ein altes. Denn Schlafmann ist kein Neuimport, er ist ein Original. „Ich freue mich auf die Halle, auf die Trommeln, auf die Kinder, die nach dem Spiel Trikots wollen“, sagt er. Das klingt nach Handball pur.

Die Verantwortung ist verteilt, der Kader fast komplett. Mit Veit Schlafmann hat S3L nicht nur einen Spieler verpflichtet, sondern eine Geschichte zurückgeholt. Und die beginnt am ersten Spieltag – wenn er wieder daheim ist, wo alles anfing. Dann wird nicht nur gespielt. Dann wird erzählt. Mit Toren. Mit Tempo. Mit Veit.