Odgaard schockt milan mit traumtor – nur marin hält dagegen
Was für ein Schlenzer! In der 78. Minute nimmt Andreas Odgaard den Ball aus 22 Metern volley – drin. Die Curve ist irre, der Einschlag brutal. San Siro verstummt, die Gäste jubeln wie entfesselt. Dabei war das Spiel längst zur Routine verkommen, Milan hatte sich schon auf drei Punkte eingestellt.

Marin rettet zumindest die ehre
Während die Defensive der Rossoneri wie betaubt wirkt, erinnert nur ein Name an frühere Tage: Antonio Marin. Der 20-jährige Flügelflitzer trägt diesmal nicht das Kapitänsbinde, aber das Herz auf dem Ärmel. Sein Solo über halbrechts in der 63. Minute – drei Gegenspieler ausgedribbelt, dann flach ins lange Eck – ist mehr als ein Trosttreffer. Es ist ein Statement. „Wir laufen nicht nur hinterher“, sagte er nach Abpfiff, die Stimme rau vom Sprint. „Wir wollen zeigen, dass auch wir kicken können.“
Die Statistik dagegen bleibt hart: nur zwei Torschüsse aufs Tor, 38 Prozent Ballbesitz, kein einziger Eckstoß nach der Pause. Odgaards Knaller fällt in eine Phase, in der Milan bereits mit zweifacher Deckung agiert – ein Versehen, das Stefano Pioli mit der Faust auf der Anzeigetafel verfolgt. Sein Blick wandert sofort zu Mike Maignan, der zuvor noch einen Weltklassereflex zeigte, nun aber machtlos ist.
Die Pelkum-Analyse sieht einen klaren Sieger: Wer so trifft, verdient drei Punkte. Doch die Leistung von Marin verhindert die Demütigung. Für das Tableau heißt das: Platz vier bleibt erreichbar, die Lücke beträrt vier Zähler. Die Saison ist nicht gerettet, aber sie ist auch nicht verspielt. Und manchmal zählt eben nicht nur das Ergebnis, sondern der Moment, in dem ein junger Spieler sein Team trägt.
