Italiano packt aus: „wir wollen die tabelle anzünden“ – bolognas befreiungsschlag in pisa

Vincenzo Italiano sprach nicht lange um den heißen Brei herum. Nach dem 1:0 in Pisa schob er die Hand in die Hosentasche, zog die Schultern hoch und ließ den Satz fallen, der in den Mixed-Zone-Whispers sofort die Runde machte: „Wollten die Tabelle anzünden, nicht nur pflegen.“

Der knappe Sieg war kein Schönheitspreis, war aber genau das, wofür Italiano seit Wochen betet: drei Punkte, die das Punktekonto endlich wieder nach oben schieben. „Wir haben in der ersten Halbheit alles reingeworfen, was Rang und Namen hat. Santi hätte uns früh belohnen müssen, da war Luft nach oben“, sagte der Coach. Doch der Ball kratzte nur am Außennetz, statt ins Maschendelta zu zischen.

Die zweite hälfte wurde zum kraftakt – und zur mentalprüfung

Die zweite hälfte wurde zum kraftakt – und zur mentalprüfung

Was folgte, war ein Katalog von kleinen Katastrophen: zweite Bälle verloren, Zugriff verloren, Gesichtsfarbe verloren. „Pisa hat uns in unsere Hälfte gedrückt wie einen schlecht geparkten Wagen“, beschrieb Italiano die Drangphase. Dazwischen: ein Skorupski, der mit einer Hand wie aus Glas den Klassenerhalt festhielt. „Ohne ihn stehen wir hier mit leeren Händen“, gab der Coach offen zu.

Dann der Joker: ein Einwechselspieler, dessen Namen die Kurve noch nicht richtig kannte, schraubte sich in die Höhe und köpfte die Kroate in den zweiten Stock. 0:1, 89. Minute, Arena Garibaldi verstummt wie nach einem Schlag auf den Schädel.

„So ein Match haben wir in dieser Saison schon zehn Mal verloren“, rechnete Italiano vor. „Deshalb nehme ich dieses 1:0 mit, auch wenn es kein Kunstdruck war.“ Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Bologna rückt auf Rang sieben, nur zwei Zähler hinter der Europa-League-Zone. Die Rechnung ist simpel: gewinnen, gewinnen, gewinnen.

Italiano verließ den Saal mit einem fast schon listigen Lächeln. „Wir haben die Tabelle nicht nur gefüttert – wir haben sie angezündet.“ Ob das Feuer weiter brennt, zeigt schon am Sonntag das Derby gegen Empoli. Bis dahin gilt: Pause ist nur, wer sich selbst ausknipst.