Odermatt stürzt, pinheiro braathen erbeutet kugel – deutsches trio feiert bestmarken

Marco Odermatt flog aus, Lucas Pinheiro Braathen flog drauf. Mit einem spektakulären Final-Run im norwegischen Hafjell drehte der brasilianische Olympiasieger die Riesenslalom-Wertung um 52 Punkte und schnappte sich die kleine Kristallkugel – zum ersten Mal für Südamerika, zum zweiten Mal für sich.

Odermatts selbstblockade

Die „Olympia-loypa“ war Odermatts Achterbahn: Zu spät in die Halbkombination, zu früh auf die Kanten, zu viel Risiko. Der Schweizer, der die Disziplin vier Jahre lang dominierte, rutschte auf hartem Schnee aus und verpasste den zweiten Lauf. Die Konsequenz: 48 Punkte Vorsprung weg, Saisonziel weg, Gesicht wie aus Eis.

Pinheiro Braathen reagierte sofort. Er legte 0,58 Sekunden auf Loïc Meillard vor, fuhr seine vierte Saisonbestzeit und buchte 100 Punkte. Der 26-Jährige hatte 2023 schon den Slalom-Weltcup geholt, nun komplettierte er die Sammlung. Für ihn ein Ritterschlag, für Odermatt ein Schock.

Deutsche jagen ihre bestzeit

Deutsche jagen ihre bestzeit

Hinter den Kulissen jubelte das deutsche Trio. Anton Grammel fuhr mit Joshua Sturm exakt gleichauf auf Rang sechs – sein bestes Weltcup-Ergebnis überhaupt. Fabian Gratz rutschte nach starkem ersten Lauf noch auf Platz zehn, bleibt aber mit Podiumskontakt in die Saisonpause. Jonas Stockinger teilte sich Rang elf mit Altmeister Alexis Pinturault – ebenfalls Karrierehoch.

Pinturault verabschiedete sich mit einem Lächeln und einem Salut. Der Franzose gewann 2021 zuletzt die Kugel, danach übernahm Odermatt. Nun beginnt eine neue Ära – und sie beginnt mit brasilianischem Flair.

Die Bilanz des Winters: Odermatt sicherte sich Gesamtweltcup, Abfahrts- und Super-G-Kugel, verlor aber die Krone seiner Lieblingsdisziplin. Pinheiro Braathen trägt jetzt die Last der Erwartungen. Die deutschen Alpinen haben endlich wieder Führungsfiguren. Und Hafjell lieferte das Drama, das die Saison noch brauchte.