Sv wehen wiesbaden kassiert heimklatsche: aufstiegsträume platzen gegen hansa

Die hessische Aufstiegsmaschine stottert. Mit dem 0:1 gegen Hansa Rostock riss am Freitag nicht nur die makellose Heimserie, sondern auch die Hoffnung, den Relegationsplatz noch zu erreichen. Trainer Daniel Scherning sprach nach dem Abpfiff von einem „richtig miesen Gefühl“ – und das war noch untertrieben.

Elfmetertor und lattenkracher: so lief das debakel

Schon nach sieben Minuten lag Wiesbaden hinten, weil Torjäger Franko Umeh den fälligen Strafstoß eiskalt versenkte. Danach dominierte der SVWW zwar Ball und Gegner, blieb aber vor dem Tor harmlos. Gino Fechners Lattenkracher in der 73. Minute hätte das Spiel drehen können, doch der Ball zischte ins Toraus statt ins Tor. In der Nachspielzeit schaffte es Lukas Schleimer sogar, aus vier Metern das leere Tor zu verfehlen – ein Patzer, der die Kurve der Saison endgültig nach unten zeigt.

Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Sechs Punkte Rückstand auf Platz drei, sieben auf Platz zwei – bei nur noch acht Spielen. Von den acht Aufstiegskandidaten hat Wiesbaden die schlechtesten Karten. „Wir dürfen uns keinen weiteren Ausrutscher erlauben“, forderte Kapitän Fatih Kaya, der die Niederlage als „ärgerlich“ bezeichnete – ein Wort, das in diesem Kontext fast schon zynisch wirkt.

Pokal-halbfinale wird zur nebensache

Pokal-halbfinale wird zur nebensache

Bereits am Mittwoch steht das Hessenpokal-Halbfinale bei Germania Ober-Roden an. Eigentlich ein Prestigeobjekt, doch angesichts der Liga-Krise wirkt die Partie wie ein Störfaktor. Scherning will sich dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen lassen: „Wir wollen eine Runde weiter.“ Die eigentliche Frage lautet aber: Reicht das, um die Saison noch zu retten?

Die Antwort liegt in den nächsten Wochen. Nach der Länderspielpause warten mit Alemannia Aachen und Aufsteiger Rot-Weiß Essen zwei direkte Konkurrenten. Scherning kündigte an, „noch mal richtig anzugreifen“. Doch die Wahrheit ist: Selbst acht Siege aus den restlichen Spielen garantieren nicht den Aufstieg. Die Rechnung ist einfach, die Aussichten düster. Wer aus vier Metern das leere Tor verfehlt, darf sich nicht wundern, wenn am Ende die Luft raus ist.