Tus nettelstedt-lübbecke trennt sich von kapitän genz und setzt auf dederding

Ende einer Ära beim TuS Nettelstedt-Lübbecke: Kapitän Jó Gerrit Genz muss den Klub nach neun Jahren verlassen und beendet seine Karriere. Die Zweitliga-Entscheidung schlug ein wie ein Faustschlag – nicht nur wegen der 659 Treffer, die der 30-Jährige für den TuS erzielte, sondern wegen der Stimme in der Kabine, die nun schweigt.

Die kapitänsbinde wechselt den träger

Genz kam 2016 aus Dormagen, ging 2020 für zwei Jahre nach Hamm, kehrte 2022 zurück und avancierte zur Identifikationsfigur. 264 Pflichtspiele, 659 Tore, unzählige Anfeuerungsrufe – und jetzt: keine Verlängerung. Der TuS verzichtet auf einen Abgang mit Ankündigung, stattdessen rückt ein Neuzugang ins Rampenlicht.

Malte Dederding, 24, 2,01 Meter, Linkshänder, wurfgewaltig. Der HC Oppenweiler/Backnang muss ihn ziehen lassen, denn der TuS zog die Klausel. 85 Tore in 19 Spielen dieser Saison sprechen eine klare Sprache: Dederding ist kein Ersatz, er ist ein Statement.

Ein neues duo im rückraum

Ein neues duo im rückraum

Trainer Hermann schickt Dederding an die rechte Seite, neben Henri Pabst. Das Duo soll Tempo und Druck bringen, was Genz mit Erfahrung und Übersicht verlor. Die Rechnung: Junge Wildheit plus etablierte Struktur gleich Aufstiegschancen. Vertrag bis 2028, keine Halbzeitlösung.

Für Genz beginnt ein Kapitel ohne Handballschuh. „Ich freue mich auf neue berufliche Herausforderungen“, sagt er knapp. Kein Tränenbahn, kein großes Finale. Die Zahlen sind sein Epitaph: 42 Treffer in 21 Spielen dieser Saison, nie unter 20 pro Spielzeit seit seiner Rückkehr. Die Halle in Lübbecke wird nächste Saison leiser sein – dafür aber schneller.