Odermatt krallt sich dritte abfahrtskugel – und schließt an die ganz großen namen an
Courcheval – drei Mal ist Charme. Marco Odermatt hat sich am Mittwoch die kleine Kristallkugel in der Abfahrt gesichert – und das zum dritten Mal in Serie. Der 27-Jährige aus Nidwalden gewann damit die Disziplinenwertung 2024, 2025 und nun auch 2026. Eine Dominanz, die ihn in einem Atemzug mit Legenden wie Luc Alphand, Stephan Eberharter, Franz Heinzer und Michael Walchhofer nennt.
Die entscheidung fiel, bevor odermatt startete
Die Vorzeichen waren klar: Franjo von Allmen musste mindestens Zweiter werden, um die Kugel-Entscheidung bis zum Saisonfinale in Norwegen aufzuschieben. Doch mit Startnummer 12 rutschte der Berner Oberländer in einer Rechtskurve zu weit nach unten, touchierte die Bande und war draußen. Die Kristallkugel war damit sicher – bevor Odermatt überhaupt in den Startbock stieg.
„Ich wusste, dass es reicht, wenn ich nur ins Ziel komme“, sagte Odermatt später mit einem verschmitzten Lächeln. „Aber ich wollte trotzdem Vollgas geben – das ist meine Natur.“

Die piste, die ihm glück bringt
Courchevel ist kein Zufall. Genau hier hatte Odermatt 2023 seinen ersten Abfahrtsweltmeister-Titel geholt. Die 2,8 Kilometer lange Strecke mit ihren technischen Passagen und dem steilen Finalhang scheint wie auf ihn zugeschnitten. „Ich fühle mich hier einfach wohl“, sagte er. „Die Line liegt mir, das Timing stimmt – und das Team auch.“
Das Rennen selbst wurde von Cyprien Sarrazin gewonnen, doch das interessierte nur noch am Rande. Die große Show gehörte Odermatt – und der Schweiz. Denn mit seiner dritten Abfahrtskugel zieht der Nidwaldner in die Liga der Allzeit-Großen ein.
Was bleibt, ist die frage: wer stoppt ihn?
Mit 27 Jahren ist Odermatt mittendrin, nicht am Ende. Die Gegner schielen längst auf die nächste Saison. Aber wer soll ihn stoppen? Aleksander Aamodt Kilde fällt aus, Dominik Paris sucht noch die Form – und von Allmen wird sich steigern müssen, wenn er 2027 angreifen will.
Die Kugel ist sicher. Die Saison aber noch nicht vorbei. In Kvitfjell und Saalbach geht es um die große Kugel – und die will Odermatt auch. „Ich bin noch lange nicht satt“, sagte er. „Diese Saison hat mir gezeigt: Wenn du nachlässt, bist du weg.“
Die Abfahrt gehört ihm. Die Zukunft auch.
