Leao trainiert mit corradi, um zum eiskalten torjäger zu werden

Rafael Leao schießt nicht mehr einfach drauf. Er zielt. Und er tut das mit einem Ex-Stürmer an seiner Seite, der weiß, wie sich Tore anfühlen, die Meisterschaften entscheiden.

Bernardo corradi lehrt den flügelstürmer, wie man zum neun wird

Seit Wochen kommt Leao früher nach Milanello. Keine TikTok-Livestreams mehr, kein Quatsch. Stattdessen Extraeinheiten mit Bernardo Corradi, 35 Tore in Serie A, heute Co-Trainer von Massimiliano Allegri. Corradi stellt Leao die Tore auf, die er früher selbst machte: First-Time-Schuss aus der Drehung, Laufwege zwischen die Innenverteidiger, Kopfball aus dem Stand. Die Übungen sind altmodisch, aber sie wirken. Die Treffer in Cremona war erst der Anfang.

Die Pubalgie, die ihn monatelang ausbremste, hat Spuren hinterlassen. Leao konnte keine intensiven Sprints mehr trainieren, musste Einheiten abbrechen. Die Folge: verzögerte Abläufe, verlegte Abschlüsse. Also baute der Klub ein Parallelprogramm auf: Kraftkammer um sieben Uhr, Dehnung, Stabilisation, dann auf den Platz. Corradi wartet schon. Allegri steht daneben, ruft: „Rafa, noch mal, aber jetzt ohne Kontrolle zu viel.“

Der umzug nach san siro und das neue selbstbewusstsein

Der umzug nach san siro und das neue selbstbewusstsein

Leao hat die Wohnung an der Porta Nuova gekündigt. Jetzt lebt er fünf Minuten vom Stadion entfernt, Blick auf die Curva Sud. Die Kinder kommen nach Schulschluss vorbei, er kocht, er schläft, er schaut Videos von Inzaghi. „Ich will Tore, die laut werden“, sagt er im Katakomben-Interview. „Nicht nur das 2:0, wenn’s 1:0 steht.“

Die Zahlen sprechen bisher leise: neun Treffer in Serie A, keiner gegen die Großen. Aber die Bewegungsdaten der letzten Spiele zeigen eine neue Laufbereitschaft zurück zur eigenen Hälfte, pressingintensive Sprints, 34 km/h Spitze. Allegri nennt ihn in der Kabine „l’artiglierie“ – die Artillerie. Kein Kompliment, sondern Befehl.

Der Vertrag läuft 2028 aus, aber die Gespräche laufen. Kein Spieler beim AC Milan erhält momentan so viele Bonusklauseln pro Tor. Ziel: 15 Saisontreffer, dann wird die Verlängerung automatisch um zwei Jahre verlängert. Die Klausel gilt aber nur, wenn die Titelchancen real sind. Momentan sind sie es.

Am Sonntag gegen Atalanta will Leao das erste Mal in dieser Saison von Anfang an als falsche Neun auflaufen. Corradi hat ihm eingetrichtert, wie er Zapata und Co. den Rücken zukehrt, den Ball festmacht und sofort wieder lossprintet. Die Choreografie steht. Jetzt muss nur der Treffer folgen. Und wenn er fällt, wird San Siro nicht jubeln – es wird explodieren.