Nürnberger trifft doppelt – doch darmstadt bleibt blass

Ein Eigentor und ein Traumtor innerhalb von vier Minuten: Fabian Nürnberger schrieb in Magdeburg ein kleines Stück Fußball-Geschichte, doch die Lilien verpassten den Sprung an die Spitze der 2. Bundesliga mit einem 1:1 beim Tabellenletzten.

Der tag, an dem nürnberger beide seiten traf

Die 63. Minute war kaum angebrochen, da flog Nürnberger bereits in die Bücher. Er wollte klären, rutschte weg, traf die Murmel mit der Schulter – 1:0 für Magdeburg. Die Gästekurve verstummte, die Block-Ultras feierten den glücklichen Führungstreffer. Vier Minuten später tankte sich der 25-Jährige auf links durch, zog aus 22 Metern ab, der Schuss wurde abgefälscht und senkte sich unhaltbar zum 1:1. Darmstadts Coach Florian Kohfeldt schlug die Hände über dem Kopf zusammen, seine Mannschaft war endlich wach.

Doch der Aufwärtstrend blieb ein Strohfeuer. Ohne Hornby und Corredor fehlte es an Durchschlagskraft, Kai Klefisch irrte als Sechser durch die Partie, die Passquote lag bei armseligen 71 %. Magdeburg spielte, als stünde es auf Platz zwei – Darmstadt wirkte wie der Abstiegskandidat.

Zahlen, die wehtun

Zahlen, die wehtun

Die Statistik liest sich für einen Aufstiegsaspiranten wie ein Indizienbeweis: nur zwei Torschüsse innerhalb des Strafraums, 46 % Ballbesitz, keine einzige klare Großchance bis zur 65. Minute. Die 18.000 Zuschauer im MDCC-Arena-Kessel sahen ihre Mannschaft dominieren, während die Lilien hinten wie vorne nur reagierten. Selbst nach dem Ausgleich blieb die Marschrichtung unverändert: Magdeburg suchte den Sieg, Darmstadt den Lucky Punch.

Kohfeldt muss umdenken – schalke wartet

Kohfeldt muss umdenken – schalke wartet

Nächste Woche empfangen die Hessen den Tabellenführer aus Gelsenkirchen. Die Revierklub-Welle rollt, die Köppel-Heimstärke (acht Siege in Serie) ist Geschichte. Kohfeldt muss seine Startelf neu justieren, will er nicht erneut vor eigenem Publikum blamabel erscheinen. „Wir haben zu viele Einzelkämpfer gehabt, das System stimmte nicht“, sagte er nach Abpfiff durch gritted teeth. Die Lilien-Fans jedenfalls warten auf den Befreiungsschlag – und der muss kommen, bevor der Aufstiegsträume verglühen.