Ojukwu schreibt freiburgs geschichte: doppelpack und stegemanns wahnsinn-retter

Nicole Ojukwu schlug zweimal zu, Greta Stegemann rettete in letzter Sekunde: Der SC Freiburg hat den 1. FC Nürnberg mit 2:1 besiegt und damit seinen ersten Bundesliga-Sieg gegen die Franken gefeiert. Die Partie war bis zur 82. Minute eine Machtprobe, dann ein Krimi.

Die 76. minute: ein meter leeres tor, aber stegemann fliegt

Emöke Papai hat die Keeperin umspielt, legt sich den Ball zurecht – und sieht plötzlich einen grün-weißen Blitz. Stegemann, erst drei Minuten auf dem Platz, wirft sich aus dem Stand, blockt mit der Hüfte und verhindert das 1:1. Die Schwarzwald-Stadion-Tribüne atmet erst, dann tobt sie. Papai schlägt die Hände vors Gesicht, Freiburgs Bank feiert die Einwechselspielerin wie eine Heldin.

Denn bis dahin hatte Nürnberg den Schwung. Der Club war in Hälfte zwei drückender, hatte Freiburgs Aufbauspiel gestört und durch Lein und Miller zwei gute Chancen herausgespielt. Die Breisgauer wirkten einen Moment lang wie eingefroren, die Führung aus der 44. Minute durch Ojukwus herrliche Direktabnahme schien weg. Dann kam Stegemann – und alles änderte sich.

Ojukwu holt den kopf aus der schlinge

Ojukwu holt den kopf aus der schlinge

Der zweite Treffer fiel fast schon als Antwort. Foul an Lisa Karl, Elfmeter, Ojukwu läuft an, verlädt Torhüterin Romero, trifft flach links. 2:0, Spiel entschieden? Nicht mit diesem Nürnberg. Miller traf nur 60 Sekunden später den Anschlusstreffer, plötzlich war wieder Feuer im Spiel. Die letzten neun Minuten plus Nachschlag wurden zur Belagerung, Freiburgs Sechser-Chain stand aber kompakt wie eine Mauer.

Am Ende steht eine Statistik, die lautet: vier Duelle, vier Niederlagen – Geschichte. Freiburg hat seinen Angstgegner besiegt und springt auf Rang fünf. Trainer Andreas Bachmann sprach von „Charakter und einer Portion Glück“, Kapitänin Sara Doorsoun lobte die „ungeheure Moral des gesamten Kaders“. Der Blick geht nach vorn: am 22. März gastiert man in Leipzig, wo ein Punkt die Europa-League-Türe weiter aufstoßen könnte.

Für Ojukwu war es der fünfte Saisontreffer, der zweite Doppelpack ihrer Profikarriere. Die 24-jährige Wienerin ist damit alleinige Top-Scorerin des Kaders – und die Frau, die Nürnberg endemäß die Luft abschnürt. „Ich hab nur eingeschlagen, was mir meine Kolleginnen aufgelegt haben“, sagt sie bescheiden, doch ihre Zahlen sprechen eine klare Sprache: fünf Tore, zwei Vorlagen, 2,1 xA pro 90 Minuten – kein Freiburger Stürmer ist effizienter.

Die Nürnbergerinnen reisen mit leeren Händen, aber mit einer Erkenntnis: Sie haben sich nicht versteckt, nur eine Rettungstat und einen eiskalten Strafstoß unterlaufen. Trainerin Claudia van Kerkhoven nahm ihre Mannschaft in Schutz: „Wir haben das Spiel offen gemacht, am Ende fehlte die letzte Konsequenz.“ Gegen Köln am 22. März wollen sie die Punkte zurückholen, damit der Anschluss an das obere Tabellendrittel nicht bricht.

Freiburg feiert, Nürnberg hadert – und die Frauen-Bundesliga liefert wieder ein Kapitel voller Dramatik. Die Saison ist noch lang, aber dieser Freitagabend bleibt unvergessen: Weil ein Doppelpack und eine Flug-Retterin Geschichte schrieben.