Nur einer darf träumen: dänemark und nordmazedonien kämpfen um wm-ticket
Donnerstagabend in Kopenhagen. 38.000 Menschen im Parken, Millionen vor den Bildschirmen. Für Dänemark und Nordmazedonien ist das Play-off-Halbfinale kein Freundschaftsspiel – es ist die letzte Rettung, um im Sommer 2026 in den Stadien von USA, Kanada und Mexiko dabei zu sein. Wer verliert, darf die Koffer wieder einpacken.
Die dänische rechnung: zwei punkte fehlten
Die Zahlen sind gnadenlos: vier Gegentore in Glasgow, zwei verschenkte Zähler gegen Schottland – das war's. Statt direkt zu qualifizieren, rutschte das Team von Coach Kasper Hjulmand auf Rang zwei und landete in der Repechage-Rutsche. Christian Eriksen & Co. haben 180 Minuten Zeit, die Fehlkalkulation zu kitten. Erste Hürte: Nordmazedonien, ein Gegner, der in den letzten Jahren gelernt hat, große Namen zu ärgern.
Die Statistik? Dänemark gewann zwar drei der vier bisherigen Duelle, doch das letzte Aufeinandertreffen (EM-Gruppenphase 2021) endete 2:1 – für die Skandinavier unnötig eng. Torhüter Kasper Schmeichel warnte gestern auf der Pressekonferenz: „Wer denkt, dass wir nur erscheinen und gewinnen, hat die EM-Pleite gegen die Balkan-Mannschaft verdrängt.“

Mazedonien will geschichte schreiben – und hat nichts zu verlieren
Blagoja Milevski hat seine Elf auf Selbstvertrauen programmiert. Dritter Platz in der Quali-Gruppe hinter England und Italien – das reichte für das Play-off-Ticket. Erstmals winkt eine WM-Teilnahme, für ein Land mit gerade einmal zwei Millionen Einwohnern eine Sensation mit Symbolkraft. Einziger Wehrmutstropfen: Die beste Offensivwaffe, Eljif Elmas, fällt aus – Muskelbündelriss. Stattdessen rückt 19-jähriger Flügelflitzer Lazar Trajkovski in den Fokus, bereits vier Tore in der laufenden Quali.
Die taktische Marschroute: tiefes 5-4-1, Konter über die Außen, ruhende Bälle. Nordmazedonien hat in dieser Quali bereits sieben Standardsituationen genutzt – mehr als jeder andere Play-off-Teilnehmer. Dänemarks Achillesferse? Genau diese: nur vier der 18 Gegentore fielen aus dem Spielaufbau, der Rest per Ecke oder Freistoß. Wenn es eng wird, haben die Gäste ihren Joker: Enis Bardhi schießt aus 25 Metern wie kein Zweiter.

Anpfiff und tv-übertragung
Eröffnungspfiff ist um 20:45 Uhr (MEZ) im Parken Stadion. UEFA.tv streamt gegen Bezahlung, in Deutschland zeigt RTL die Partie frei empfänglich. Wer Radio bevorzugt: Radio TSV Pelkum liefert Live-Kommentar ab 20 Uhr – mit Statistikticker und Stimmen aus beiden Fanlagern.
Der Sieger trifft am 31. März im Finale auf den Gewinner aus Georgien gegen Weißrussland. Dann geht es um den letzten europäischen Startplatz. Die Chancen stehen 50:50 – und das ist das Schöne an der Repechage: keine Bonuspunkte, kein Torverhältnis, nur reines Knock-out. Wer zittert, fliegt.
Mein Tipp: Dänemark dominiert Ballbesitz, doch ein spätes Nordmazedonien-Tor nach Ecke wird die Kopenhagener Nacht in einen Albtraum verwandeln. Es wird eng, es wird laut – und es wird ein Tor geben, das in Skopje oder Kopenhagen für Jubel pur sorgt. Anpfiff in 48 Stunden. Danach darf nur eine Seite weiterträumen.
