Nullnummer in der steiermark: amstettens aufstiegsplan stockt

90 Minuten lang starrten die beiden Torhüter in Kapfenberg auf eine weiße Null. Am Ende blieb für Amstetten nichts als Frust: Das 0:0 beim Kapfenberger SV kostete den Aufstiegsaspiranten zwei Tabellenplätze und den Anschluss an die Spitzengruppe.

Das spiel, das keiner gewinnen wollte

Die Heimmannschaft agierte wie ein Boxer auf Zurufen: hinten dicht, vorne mit dem einen Haken. Kapfenbergs Coach Cem Korkmaz stellte seine Sechser-Kette um, schnürte Amstettens Flügelzange ein und zwang die Gäste ins Mittendrin-Dribbeln. Resultat: 62-prozentige Ballbesitzzeit für Amstetten, aber kein einziger Schuss aus zentraler Lage bis zur 73. Minute.

Amstettens Trainer Robert Weinstabl wechselte früh doppelt – doch statt Frische kam Funkstille. Top-Stürmer Markus Pink schaffte in 18 Einsatzminuten keinen Ballkontakt im Strafraum, weil Kapfenbergs Innenverteidiger Paul Sahanek jeden zweiten Pass abfing. Die Zahl, die alles sagt: vier Torschüsse insgesamt, keiner davon aufs Tor.

Der trend, der amstetten sorgen bereiten muss

Der trend, der amstetten sorgen bereiten muss

Drei Spiele ohne Sieg, nur noch ein Punkt Vorsprung auf Platz sieben – und die Konkurrenz aus Wien, Mödling und St. Pölten hat ein Spiel weniger absolviert. Die einstige Top-Defense kassierte in den letzten 270 Minuten nur ein Gegentor, aber die Nullnummer von Sonntag schmeckt trotzdem bitter. Denn wer nicht trifft, kann nicht gewinnen, und wer nicht gewinnt, rutscht in der brutalen 2. Liga ab.

Kapfenberg hingegen kann aufatmen. Mit 19 Punkten auf Platz zwölf haben die Steirer drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone – und endlich wieder eine saubere Weste. Torhüter Thomas Vollnhofer feierte seinen zweiten Shutout in Serie, die Defensive stand so kompakt wie seit Wochen nicht.

Die Entscheidung, ob Amstetten im Frühjahr noch mitreden will, fällt nun in den nächsten Wochen. Mit Austria Lustenau (40 Punkte) und St. Pölten (38 plus Nachholspiel) vor der Brust wird Weinstabl seine Truppe neu justieren müssen. Sonst bleibt vom Aufstiegsrennen nur noch der Rauch, den die Gegner hinter sich lassen.