Norwegen-show: dfb-frauen feiern kantersieg und berger wehrt jeden sturm ab

Stavanger war Samstagabend ein einziger Schauplatz deutscher Fußball-Macht. 4:0 in Norwegen, 9:0 Tore, 6:0 Punkte – die DFB-Frauen starten mit dem Turbo in die WM-Quali und lassen selbst harte Schläge an Ann-Katrin Berger abprallen.

Die torhüterin als menschlicher panzer

„Ich hab ein paar Mal was abbekommen. Das gehört dazu“, sagt Berger nach Schlusspfiff und zuckt mit den Schultern, als hätte sie lediglich Spaghetti gekocht statt Schüsse von Caroline Graham Hansen abgewehrt. Die 35-Jährige kassierte nicht nur null Gegentore, sondern auch ein spätes Knie-Tritt-Attentat – und trotzdem Entwarnung. „Zu null gespielt, da muss es einem gut gehen“, lacht sie, während sie sich ein Eis auf die Schwellung drückt.

Christian Wück atmet auf und durch. „Wir hatten Phasen, die waren schlichtweg dominant“, sagt der Bundestrainer, doch er kennt seine Mannschaft: „Aber es gab auch Nachlässigkeiten. Ohne Anne stünde da ein Tor.“ Er lobt Passspiel, Timing, Einlaufverhalten – alles trainiert, endlich sichtbar.

Die Tore? Elisa Senß jagt die Kugel aus 18 Metern unters Lattenkreuz (18.). Carlotta Wamser verwandelt kurz vor der Pause per Kopf (45.+1). Noch im selben Atemzang wirbelt Vivien Endemann durch den Strafraum und erhöht auf 3:0 (45.+3). Jule Brand legt nach, als Norwegen schon mit offener Brust kämpft (58.).

Kunstrasen, klassiker, kalt-kaffee-fußball

Kunstrasen, klassiker, kalt-kaffee-fußball

Der norwegische Kunstrasen gilt als hässliches Entenbecken – doch Deutschland nutzt ihn als Schlittschuhbahn. 14 Tage Länderspiel-Camp vor dem Double-Header gegen Norwegen und Slowenien schweißt zusammen. „Wir sind eingespielt wie ein altes Ehepaar“, sagt Berger. Die Statistik spricht für sich: 180 Minuten, 0 Gegentore, 9 Tore, 100 Prozent Erfolgsquote.

Die Konstanz? Noch ausbaufähig. Gegen größere Kaliber droht ein offener Schlagabtausch, wenn die Konzentration nach 60 Minuten schwächelt. „Wir müssen 90 Minuten lang Gas geben, nicht nur 75“, fordert Berger und wischt sich Schnee vom Haar – norwegischer April kann eben auch März spielen.

Am 14. und 18. April gastiert Österreich im Doppelpack. Schon jetzt ist klar: Wer die deutsche Elf stoppen will, muss entweder Berger ausschalten – oder den Termin absagen.