Norwegen-kunstrasen fordert dfb-frauen: hegerberg wartet, berger zählt blutergüsse
Kunstrasen tut weh, sagt Ann-Katrin Berger. In Stavanger tut er auch weh, wenn Ada Hegerberg sprintet. Samstag, 18 Uhr, Viking-Stadion: Deutschland trifft auf Norwegen, und der Rasen ist fake. Das ist keine Nebensache, das ist der erste echte Prüfstein auf dem Weg zur WM 2027 in Brasilien.

Warum der kunstrasen mehr als ein fußnote ist
Christian Wück nennt es „kleiner Heimvorteil“. Berger nennt es „blaues Bein“. Beide wissen: Auf Kunststoff rutscht der Ball schneller, der Sturz härter, die Reaktion eine halbe Sekunde später. Norwegens Spielerinnen trainieren hier dreimal pro Woche, Deutschland zweimal im Jahr. Die Zahlen sprechen klar: Heimbilanz der Gastgeberinnen in WM-Qualis auf Kunstrasen: 11 Siege, 2 Remis, 0 Niederlagen.
Doch Wück verbannt jede Ausrede. „Wer Gruppensieger werden will, mortiert sich durch jeden Belag.“ Drei Punkte gegen Slowenien waren Pflicht. Drei Punkte in Stavanger sind Kurskorrektur für den Gruppensieg, denn nur der sichert direkte Qualifikation. Platz zwei bedeutet Play-offs, Platz drei bedeutet Fernsehen und Fragen nach dem Warum.
Die Aufstellung? Wück rotiert nur an den Rändern. Sjoeke Nüsken rückt ins Mittelfeld, Sara Däbritz behält die Binde. Vorne bleibt Lea Schüller Zielpunkt, auch wenn Hegerberg auf der Gegenseite lauert. Die Europäische Torschützin des Jahres 2023 traf in ihren letzten fünf Länderspielen siebenmal – zweimal gegen Deutschland.
Neben dem Rasen plätschert ein Nebenschauplatz: Österreich wartet im April. Die ÖFB-Frauen verloren ihr Auftaktspiel gegen eben diese Norwegerinnen 0:1. Ein deutscher Doppelsieg im April würde Österreich auf Distanz halten, doemstiz den Druck. Deshalb gilt: wer in Stavanger stolpert, darf im Frühjahr nicht mehr schaukeln.
Berger wird mit langen Armen und dicker Hose antreten. „Ich packe zusätzliche Protektion ein, dann tut’s nicht so weh.“ Schmerztabletten? „Nur wenn’s gar nicht mehr geht.“ 90 Minuten Leidenschaft gegen Kunststoff – und gegen Hegerberg, die jeden Meter zündelt. Das WM-Ticket ist wichtiger als ein paar blaue Flecken. Das sagt die Torhüterin, das schreit die Tabelle. Am Ende zählen nur die Tore, nicht die Schrammen.
