Norwegen lockt: dsv-ass röiseland plant heimlichen abflug
Sverre Olsbu Röiseland hat den Handhebel gedrückt. Der Co-Trainer der deutschen Biathlon-Damen sagt offen, dass er nach Norwegen zurückkehren will – und das, während der DSV nach dem olympischen Debakel ohnehin den Riemen neu schnallen muss.
Sein Vertrag läuft im Mai aus. Mehr noch: Der 35-Jährige hat beim eigenen Verband schon Interesse signalisiert. Im Gespräch mit TV2 Norwegen legt er nach: „Jeder Trainer möchte irgendwann seine Heimat trainieren.“ Für den DSV ist das ein Schlag ins Kontor, denn mit Felix Bitterling verlässt bereits der Sportdirektor, und jetzt droht auch das Aus für den taktischen Kopf hinter den Frauen.
Deutschland droht der dritte abgang binnen wochen
Die Machtfrage steht an. Wer bestimmt künftig die Richtung im deutschen Biathlon? Bernd Eisenbichler übernimmt das Ruder, muss aber befürchten, dass ihm Röiseland als erfahrene Konzept-Stütze durch die Lappen geht. Denn der Norweger verlangt klare Kante: „Ich will nicht irgendwo anklopfen, wo man mich nicht will.“ Die Botschaft ist unmissverständlich – Oslo muss nur anrufen.
Hinter den Kulissen brodelt es bereits. Die norwegische Traineretage sucht Verstärkung, und Röiselands Vita passt wie der Stock ins Handschuhfach: Nachwuchs-Nationalteam gedreht, Weltmeisterinnen geschult, zweieinhalb Jahre deutsches Top-Programm mitgeprägt. Jetzt könnte er das Know-how mit nach Hause nehmen – und den Deutschen die Konkurrenz versärken.

Krebsdiagnose, familie, zukunft – der mann will planungssicherheit
Röiseland spricht auch über das, was ihn bewegt. Die Hodenkrebs-Operation liegt gerade mal ein paar Monate zurück. „Gesundheitliche Absicherung und Familie stehen an erster Stelle“, betont er. Deutschland habe ihm Raum gegeben, doch die pendelnden Langlauf-Wochen zwischen Oberhof und Oslo strapazieren Frau und Kind. Ein Heimatjob würde den Balanceakt obsolet machen.
Der Zeitplan ist eng. Die Saison endet Anfang März, Entscheidungen fallen üblicherweise im April. Der DSV kann ihm ein neues Konzept auf den Tisch legen, doch Geld und Struktur allein reichen nicht. „Ich brauche das Gefühl, willkommen zu sein – nicht nur als Fachmann, sondern als Mensch“, sagt er. Fehlt dieses Gefühl, packt er die Skier ein.
Die Zahlen sprechen für sich: In Röiselands Amtszeit kletterte das DSV-Frauenteam von vier auf zwölf Podestplätze in der Weltcup-Gesamtwertung. Verliert Deutschland diesen Gewinn, steht es mit blanker Weste da. Oslo dagegen wartet nur auf sein Okay. Und Röiseland hat schon den nächsten Satz parat: „Wenn Norwegen anruft, nehme ich ab.“ Für den DSV wird es höchste Zeit, selbst zu wählen – statt abzuwarten, bis sich die Leitung in Oslo meldet.
