Nl-topscorer unter der lupe: wer liefert, wer enttäuscht?
- Fazzini und rohrbach: die seltenen ausnahmen
- Czarnik beim lausanne hc: der maßstab, der sich selbst im weg steht
- Manninen und nättinen: zahlen, die trotzdem beeindrucken
- Verletzungen als spielverderber: suomela, martschini und wallmark
- Frödén, tambellini und strömwall: solide, aber nicht mehr überragend
- Kubalik und ojamäki: abgänge, die spuren hinterlassen
- Rajala: zehn jahre biel, und immer noch zuverlässig
Der gelbe Helm ist Auszeichnung und Bürde zugleich. Wer ihn einmal getragen hat, steht in der nächsten Saison unter einem Druck, den viele unterschätzen. Ein Blick auf die letztjährigen Topscorer der National League zeigt: Nur zwei von ihnen konnten ihre Produktivität tatsächlich steigern. Der Rest kämpft – gegen Verletzungen, gegen sich selbst oder gegen die schlichte Tatsache, dass Ausnahmeleistungen selten wiederholbar sind.
Fazzini und rohrbach: die seltenen ausnahmen
Luca Fazzini vom HC Lugano ist das leuchtendste Beispiel dieser Saison. Mit 45 Scorerpunkten (16 Tore, 29 Assists) ist der 30-Jährige nicht nur erneut Topscorer seines Teams, sondern auch der produktivste Schweizer der gesamten Liga. Sein Schnitt von 0,92 Punkten pro Spiel – gegenüber 0,75 in der Vorsaison – ist kein Zufall. Das ist Reife, die sich in Zahlen verwandelt. Lugano hat die direkte Playoff-Qualifikation geschafft, und Fazzinis Fingerabdruck ist auf jedem zweiten Tor zu erkennen. Bis 2027 bleibt er dem HCL erhalten.
Dario Rohrbach von den SCL Tigers steht kurz davor, seine Vorsaison-Bilanz von 32 Punkten zu übertreffen – drei Runden vor Schluss hat er bereits 33 gesammelt. Eine leichte, aber echte Steigerung. Das Problem: Teamkollege André Petersson ist mit 40 Punkten schlicht außer Reichweite, weshalb Rohrbach den gelben Helm nicht tragen darf. Nächste Saison wechselt er zum SC Bern – eine Entscheidung, die angesichts seiner Entwicklung wenig überrascht.

Czarnik beim lausanne hc: der maßstab, der sich selbst im weg steht
Wer letztes Jahr 56 Scorerpunkte in 49 Spielen sammelt und damit NL-Topscorer wird, hat ein Problem: Jede folgende Saison wird daran gemessen. Austin Czarnik, inzwischen beim Lausanne HC, steht bei 43 Punkten aus 48 Spielen. Objektiv betrachtet eine starke Leistung. Subjektiv? Eine Enttäuschung. Und weil Teamkollege Théo Rochette bei gleicher Punktzahl mehr Tore auf dem Konto hat, läuft der US-Amerikaner nicht im Flammenshirt auf. Sein Vertrag in Lausanne läuft bis 2027.

Manninen und nättinen: zahlen, die trotzdem beeindrucken
Sakari Manninen von Genève-Servette hatte letztes Jahr eine schier unglaubliche Saison: 50 Punkte aus 47 Spielen, ein Schnitt von 1,06 pro Partie. In dieser Spielzeit steht er nach 43 Spielen bei 41 Punkten – immer noch stark, aber nicht mehr der Beste seines Teams. Markus Granlund (47 Punkte) und Jesse Puljujärvi (46) haben ihn überholt. Manninen bleibt bis 2027 in Genf.
Ähnliches gilt für Julius Nättinen von HC Ajoie. Letztes Jahr gelangen ihm 52 Punkte aus 52 Spielen – exakt ein Punkt pro Partie, eine bemerkenswerte Konstanz für ein Team, das die Tabelle von unten kannte. In dieser Saison kämpft er mit Verletzungen und kommt auf 31 Punkte aus 39 Spielen. Ausgerechnet Verteidiger Anttoni Honka hat ihn mit 35 Punkten als besten Scorer des Teams abgelöst. Bis 2027 läuft sein Vertrag in Pruntrut.
Verletzungen als spielverderber: suomela, martschini und wallmark
Drei letztjährige Topscorer wurden von der härtesten Konkurrenz im Eishockey gestoppt: dem eigenen Körper. Antti Suomela vom Lausanne HC verletzte sich Anfang Oktober schwer am Knie, verpasste zweieinhalb Monate, kehrte zurück – und verletzte sich im Januar erneut. Zwölf Spiele, zwölf Punkte. Die Playoffs könnten ihm eine späte Bühne bieten.
Lino Martschini vom EV Zug zog sich Ende Oktober einen Kreuzband- und Meniskusriss zu. Operiert, draußen für den Rest der Regular Season. Dabei war er bis zu seiner Verletzung ohnehin nicht in Form: acht Punkte aus 20 Spielen. Sein Vertrag läuft bis 2027 – aber der EVZ muss ohne ihn durch eine der schwächsten Qualifikationsphasen der jüngeren Vereinsgeschichte.
Lucas Wallmark beim HC Fribourg-Gottéron fehlen schlicht die Spiele. 29 Partien, 20 Punkte – das ergibt einen Schnitt von 0,69 statt 0,87 wie in der Vorsaison. Sein Potenzial ist unbestritten, nur hat er es in dieser Saison kaum zeigen können. Bis 2027 bleibt der Schwede in Freiburg.
Frödén, tambellini und strömwall: solide, aber nicht mehr überragend
Jesper Frödén bei den ZSC Lions erlebt seine erste Saison, in der er die 40-Punkte-Marke wohl verpassen wird. 31 Punkte aus 46 Spielen, Schnitt von 0,67 statt 0,91 – das ist ein deutlicher Rückgang. Trotzdem ist er der beste Importspieler seines Teams und liegt hinter Denis Malgin (41) und Sven Andrighetto (37) auf Rang drei.
Adam Tambellini beim HC Davos hat eine Formbaisse hinter sich, die sich in den Zahlen niederschlägt: 30 Punkte aus 44 Spielen, Schnitt 0,68 statt 0,79. Teamintern ist er nur der achtbeste Scorer. Davos spielt trotzdem eine starke Regular Season – was zeigt, wie tief der Kader der Bündner tatsächlich ist. Sein Vertrag läuft bis 2028.
Malte Strömwall bei den SC Rapperswil-Jona Lakers trägt zwar weiterhin den gelben Helm, aber der Abstand zur Vorsaison ist spürbar. 32 Punkte aus 48 Spielen, Schnitt 0,67 statt 0,98. Fast ein Drittel weniger Produktivität. Tyler Moy (31 Punkte) und Jacob Larsson (30) sitzen ihm im Nacken. Bis 2028 ist er in Rapperswil gebunden.
Kubalik und ojamäki: abgänge, die spuren hinterlassen
Zwei Teams mussten ihre letztjährigen Topscorer ziehen lassen – und beide spüren es. Dominik Kubalik wechselte von Ambri-Piotta zum EV Zug. Für Ambri bedeutete das einen Verlust von 49 Punkten aus der Vorsaison, der nicht kompensiert werden konnte. Der Tessiner Klub steht vor dem Playout-Final. Kubalik selbst leistet in Zug Solides: 39 Punkte aus 46 Spielen, Schnitt 0,85. Vertrag bis 2027.
Niko Ojamäki verließ den EHC Kloten in Richtung Tschechien, zu Rytiri Kladno. Kloten kämpft drei Runden vor Schluss um die Play-In-Plätze. Ojamäki zeigt in Kladno ähnliche Zahlen wie in der Flughafenstadt: 29 Punkte aus 49 Spielen, Schnitt 0,59 statt 0,66. Sein Vertrag in Tschechien läuft bis 2027.
Rajala: zehn jahre biel, und immer noch zuverlässig
Toni Rajala bestreitet seine zehnte Saison beim EHC Biel. Letztes Jahr war er mit 36 Punkten Topscorer, heute ist er die Nummer vier seines Teams. Lias Andersson (37), Fabio Hofer (35) und Marcus Sylvegard (32) liegen vor ihm. Sein Schnitt sank von 0,73 auf 0,66. Aber 14 Tore und 17 Assists in einer Saison, in der das Team stärker besetzt ist als je zuvor – das ist kein Versagen, das ist Arbeitsteilung. Bis 2027 bleibt er im Seeland. Zehn Jahre, und er liefert noch immer.
