Nielsen sprintet sich in banyoles an die spitze – godon bleibt könig

Cort Magnus Nielsen hat den Massenstart zur One-Man-Show gemacht. Der dänische Raketenantreiber von Uno-X Mobility schraubte sich in den letzten 150 Metern der zweiten Etappe von Figueres nach Banyoles durch eine Wolke aus Bike-Ärger und war einfach weg. Kein Rad mehr vor ihm, nur noch Zielband.

Die 176,3 Kilometer langen Hügelrunden am See von Banyoles endeten mit exakt dem, was die Statistiker erwarteten: einer Sprintentscheidung. Doch die Art, wie Nielsen seinen Lead-out nutzte, war alles andere als statistisch. Mit 72 km/h jagte er aus dem Windschatten seines letzten Zugpferds, ließ sich nicht einsperren und schob den Rest des Feldes mit einer Beschleunigung weg, die selbst Tim Merlier und Juan Sebastián Molano alt aussehen ließ.

Godon spart munition für die pyrenäen

Während der Däne seine erste WorldTour-Etappe feierte, schob Dorian Godon nur die Schultern zurecht. Der Franzose von Ineos Grenadiers kam im Hauptfeld ins Ziel und trägt damit auch am dritten Tag das weiß-grüne Trikot. 0 Sekunden Vorsprung auf Enric Mas, 0 auf Egan Bernal – aber 15 Sekunden Vorsprung auf die Uhr, die bis Montserrat tickt. „Die Jungs haben mich vor Wind und Sturz gesperrt“, sagte Godon kaum atmend. „Solange das so bleibt, sparen wir Pulver.“

Die Frühchen der Flucht – Jetse Bol, Ander Okamika und Joel Nicolau – durften nie mehr als zweieinhalb Minuten Vorsprung kassieren. Die Sprintzüge um UAE Team Emirates und Lidl-Trek zogen das Tempo so früh an, dass selbst die Anstiege vor Montràs zu Schnellstraßen mutierten. Wer hier schon müffelte, wird in den kommenden Tagen ernten, was er heute säte.

Hohe wellen rollen auf katalonien zu

Hohe wellen rollen auf katalonien zu

Ab Mittwoch geht’s in die Provinz Tarragona – ein Übergangstag auf dem Papier, ein Schachbrett im Kopf der Favoriten. Denn danach kommt, was die Profile pink färben: drei Bergetappen in Folge, Port-Ainé, La Molina und den Radi runden um Queralt. Wer dann noch nicht in der Top-20 sitzt, kann seine Koffer packen.

Nielsen jubelte, Godon atmete durch, und die, die wirklich zählen, schoben sich bereits in die erste Reihe der Pyrenäen-Busfahrt. Die Volta hat erst ihre Stimme gefunden – und die wird in den Bergen ganz laut werden.