Niang zeigt 23 punkte: italien marschiert richtung wm
Livorno, 2. März 2026. Saliou Niang hat gerade aufgehört zu spielen, und die 7.900 Zuschauer im Modigliani Forum skandieren seinen Namen. Nicht höflich. Laut. Ausdauernd. Der 21-jährige Flügel der Virtus Bologna hat Großbritannien mit 23 Punkten, 10/12 aus dem Feld, 7 Rebounds und 3 Assists regelrecht zerlegt – und Italien zum dritten Sieg in Serie in der WM-Qualifikation geführt. Endstand: 84:75. Der erste Platz in Gruppe D gehört den Azzurri von Nationaltrainer Piero Banchi allein.
Ein sieg, der sich schwerer anfühlte als er aussah
Wer nur aufs Ergebnis schaut, verpasst die Geschichte. Denn Italien hat sich diesen Sieg erarbeitet – manchmal gegen sich selbst. Beim Stand von 54:54 in der 27. Minute war das Dreipunktwurf-Desaster kaum zu übersehen: 2 von 17 Versuchen von jenseits der Linie getroffen. Großbritannien, angeführt vom in Mailand geborenen Teddy Ellis (19 Punkte, 3 Assists), der beim 36-Punkte-Debakel in Newcastle noch gefehlt hatte, hielt die Partie mit Angriffsrebounds und Präzisionswürfen offen. Mate Wheatle (15 Punkte) traf Dreier um Dreier, und plötzlich war der komfortable Halbzeitvorsprung Geschichte.
Dann kam Luca Flaccadori. Sein Einwechseln in der zweiten Halbzeit wirkte wie das Öffnen eines Ventils. Drei Dreier in vier Minuten für das Team, nachdem man zuvor 15 von 17 verschossen hatte. Gleichzeitig stellte Banchi ein defensiv geprägtes Quintett auf – Tonut, Ricci, Petrucelli, Akele, später wieder Niang – das Großbritannien vier Minuten lang ohne Punkt ließ. Das Ergebnis: ein 10:0-Lauf für das 71:59 in der 33. Minute. Der Rest war Verwaltung.

Niang: nicht nur zahlen, sondern eine ansage
Die Statistik ist beeindruckend. Das Auge sah mehr. Niang war in der ersten Halbzeit schlicht nicht zu stoppen: 6 von 6 aus dem Feld, darunter vier Dunks und drei Dreipunktspiele. Er initiierte den ersten entscheidenden 10:0-Lauf, der Italien früh auf 12:7 brachte. Er kehrte nach einer kurzen Pause zurück und vollendete mit Drives und Dunks das 12:1 zum 43:36. Kein britischer Verteidiger fand ein Mittel. Keins.
Kapitän Nicola Tessitori aus Pisa versuchte ebenfalls mitzuziehen, kassierte aber schon vor der Pause drei Fouls und wurde dadurch zur Randnotiz. Justin Della Valle (10 Punkte) und Giampaolo Petrucelli (13 Punkte) füllten die Lücken. Das Gerüst stand, Niang war die Spitze.

Was jetzt zählt: ein sieg reicht
Italien braucht in den verbleibenden zwei Partien des Qualifikationsfensters im Juli nur noch einen Sieg, um in die zweite Phase einzuziehen. Auf dem Programm stehen ein Auswärtsspiel auf Island und danach ein Heimspiel in Rom gegen Litauen. Angesichts der Form der letzten Wochen klingt das nach einer Formalität – aber das dachte man in der 27. Minute gegen Großbritannien auch.
Der letzte Heimsieg der Nationalmannschaft in einem offiziellen Spiel in Italien liegt bereits einige Niederlagen zurück. Livorno hat das geradegerückt. Und Niang hat sich dabei in eine Kategorie gespielt, über die man in den nächsten Jahren noch oft reden wird.
