Satriano versenkt real – bernabéu pfeift sich selbst aus

Madrid schweigt. Ein Inter-Mauerblümchen namens Adrián Satriano hat den Königsklub mit einem Schlag aus der Liga-Spur geworfen, 1:0 für Getafe, 75 000 Zuschauer verstummen, dann pfeifen sie – sich selbst.

Der aufreger im ersten akt

Was niemand auf der Tribüne verstand: Antonio Rüdiger kniet Diego Rico ins Gesicht, der Referee pfeift nicht, der VAR bleibt stumm. Die Szene vergiftet die Atmosphäre, Madrid spielt von da an wie gegen einen zweiten Gegner: die eigene Nervosität.

Getafe-Coach José Bordalás liebt genau dieses schmutzige Ballet. Seine Defensivwand zieht sich zurück, lästert, rempelt, wartet. Und dann die 39. Minute: Tchouaméni verliert die Kopfball-Duelle, Arambarri klärt ins Zentrum, Satriano nimmt die Drop-Volley-Variante – Courtois sieht den Ball zu spät. 0:1, die alte Dame tritt gegen die Stromschnellen.

Arbeloa ohne antwort

Arbeloa ohne antwort

Álvaro Arbeloa stand erstmals ohne seine Superstars da – kein Mbappé, kein Bellingham, dafür Thiago Pitarch (17) als Experiment. Die Idee: Pressing, Temposchübe, frisches Blut. Die Realität: 0,8 Expected Goals, David Soria pariert alles, was Vinícius und Rodrygo an Ballkontakt mitbringen.

Die Statistik nagt an Arbeloa: vier Niederlagen in zwölf Pflichtspielen, zwei davon nacheinander in der Liga. Die Siegesserie unter Xabi Alonso war gestern, heute zählt nur der Rückstand auf Barcelona – vier Punkte, ein Gefühl wie ein Abgrund.

Satriano: vom vermeintlichen „neuen ibra“ zum bernabéu-helden

Satriano: vom vermeintlichen „neuen ibra“ zum bernabéu-helden

Seine Vita liest sich wie eine Reha-Station: Inter, Brest, Empoli, wieder Brest, Lens, Lione – dort Kreuzbandriss im August 2024. Getafe leiht ihn im Winter, zwei Spiele, zwei Tore. Der zweite trägt den Namen Real Madrid. Die Ironie: Erst galt er als Argentiniens Next Big Thing, dann als Transferfehlgriff, nun als Galionsfigur eines Abstiegskandidaten.

Die Uhr tickt für Arbeloa. Die Fans skandieren nicht mehr „¡Hala Madrid!“, sie rufen nach einem Plan B. Am 15. März wählt Barcelona einen neuen Präsidenten, die Blaugrana lachen bereits. Madrid dagegen muss in der Copa-Reihe gegen Atlético eine 0:4-Pleite wettmachen – mit einer Mannschaft, die sich selbst nicht mehr traut.

Der Bernabéu verlässt frustriert, Satriano tauscht sein Leih-Trikot gegen ein Erinnerungsstück. Die Nacht gehört Getafe, der Frühstückstisch aber ganz Spanien – mit einem neuen Lieblingsgesprächsthema: Wie tief kann Real noch sinken?