Rugani zerstört sein fiorentina-debüt in 90 minuten – drei gegentore, ein elfmeter, ein debakel

Ein einziger Mann wird am Montagabend in Udine zur personifizierten Katastrophe: Daniele Rugani, frisch verliehen von Juventus, trägt alle drei Gegentore am eigenen Körper. Die Fiorentina verliert 0:3 – und der Verteidiger schafft das Kunststück, an jedem Treffer beteiligt zu sein.

Der erste akt: ein ausrutscher mit nachspiel

Bereits in der 13. Minute bringt Rugani die Gäste mit einem einzigen Fehltritt auf die Verliererstraße. Bei einem Zaniolo-Eckball rutscht er weg, Kabasele bleibt frei, David de Gea ist chancenlos. Die Kurve der Udineser tobt, die Fiorentina-Blöcke verstummen. Der 30-Jährige schüttelt den Kopf, doch das war nur der Auftakt.

Trainer Vanoli hatte extra auf eine Dreierkette umgestellt, um Rugani die Führung zu erleichtern. Das Experiment schlägt fehl. „Er hatte 120 Minuten in den Beinen“, rechtfertigt der Coach später. Die Wahrheit: Rugani war 82 Tage ohne Pflichtspiel, das Manko an Rhythmus ist in jedem Schritt sichtbar.

Zweiter akt: notbremse, elfmeter, 2:0

Zweiter akt: notbremse, elfmeter, 2:0

Nach der Pause patzt er erneut. Im Luftduell mit Davis verliert er Orientierung, packt den Stürmer am Trikot, zieht ihn zu Boden. Der Schiedsrichter zeigt sofort auf den Punkt. Davis verwandelt sicher – Rugani stapft mit hängenden Schultern zurück, die Partie ist entschieden.

Das Statistikportal Sofascore verpasst ihm in der Halbzeit eine 3,5 – die schlechteste Note des gesamten Kaders. Die Kurve der Zahlen ist gnadenlos: 0 Tackles gewonnen, 0 klare Balleroberungen, 4 Ballverluste, nur 71 % Passquote.

Dritter akt: kopfball-patzer, buksa dreht durch

Dritter akt: kopfball-patzer, buksa dreht durch

Der Schlussakkord folgt in der 93. Minute. Rugani köpft eine Flanke in die Füße von Adam Buksa, lässt sich anschließend auf dem halben linken Meter aussteigen. Buksa schiebt zum 3:0 ein – das Stadion tobt ein zweites Mal, diesmal vor Schadenfreude. Rugani bleibt mit ausgestreckten Armen auf dem Rasen liegen, als wolle er sich selbst anzeigen.

Die Fiorentina rutscht auf Platz 12 ab, nur drei Punkte über dem Strich. Die Fans skandieren auf Twitter schon jetzt „Rugani-Rückkauf verhindern!“. Die Klausel löst sich bei Klassenerhalt automatisch aus, der Preis: 5 Mio. Euro plus Boni.

Die stunde der wahrheit folgt am freitag

Die stunde der wahrheit folgt am freitag

Bereits am 7. März geht es gegen Empoli, ein weiterer Verlust würde die Viola in die untere Tabellenhälfte drücken. Sportdirektor Fabio Paratici, einst Rugans Mentor in Turin, muss sich fragen lassen, ob die Winter-Leihe ein Schnellschuss war. Die medizinische Abteilung hatte vor dem Transfer eingeräumt, dass der Spieler „noch nicht vollständig belastbar“ sei. Die Rechnung ohne die Eigendynamik des Matchplans gemacht.

Rugani selbst schweigt bislang. Nach dem Schlusspfiff hetzt er in den Katakomben davon, ein Mikrofon richtet sich ihm entgegen – er duckt sich weg. Die Nacht in Udine wird ihm noch lange in den Knochen stecken. Für die Fiorentina ist die Lage klar: Entweder der ehemalige Juve-Mann findet binnen fünf Tagen zurück ins Rhythmus-Korsett – oder die Saison droht sich zum Fiasko zu entwickeln. Die Uhr tickt, die Kurve schreit.