Neymar zwingt ancelotti mit gala-sprint – gelb und raus

Neymar hat sich in der brasilianischen Série A wieder einmal in Szene gesetzt und Carlo Ancelotti die Frage gestellt: Wie lange kann der Nationaltrainer den besten Scorer der Seleção weiter ignorieren? Beim 2:0 der Santos gegen Remo lieferte der 34-Jährige die Vorlage zum 1:0 und leitete das 2:0 ein – nur um sich anschließend mit Gelb vom Feld zu verabschieden und damit das Topspiel gegen Flamengo zu verpassen.

Ein pass wie ein skalpell, ein aufreger als nachspiel

Minute 39: Neymar spielt einen diagonalen Pass quer durch die gegnerische Abwehrkette. Thaciano nimmt den Ball mit, netzt ein – 1:0. Minute 81: Neymar tanzt zwei Gegner aus, legt quer auf Gonzalo Escobar, der sofort Moisés bedient – 2:0. Die Arena in Pelkum tobt, die Statistiker notieren zwei Torbeteiligungen, Ancelotti aber schaut weg. Seit Mai 2025 verlangt er „100 % Leistungsfähigkeit“, und Neymar ist für ihn noch nicht angekommen.

Die Zahlen sprechen trotzdem: zwölf mögliche Einsätze bleiben dem Flügelflitzer bis zur Nominierung für die WM 2026 am 18. Mai. Jede Gelbe ist ein Spiel weniger. Die Gelbe vom Samstagabend war die fünfte, er wird gegen Flamengo fehlen, und das weiß er: „Es ist immer dieselbe Geschichte. Der Schiri will der Star sein.“

Ancelotti tickt anders – und die uhr tickt laut

Ancelotti tickt anders – und die uhr tickt laut

Der italienische Coach hat seit seinem Amtsantritt klare Kriterien: kein Risiko, keine halbgaren Comebacks. Neymar spielte zuletzt im Oktober 2023 für Brasilien, fiel danach monatelang aus, kehrte in die nationale Liga zurück und glüht. Aber Ancelotti schweigt. Seine Analytiker schicken ihm Clips, keine Gefühlsduselei. Die Frage ist nicht, ob Neymar kann, sondern ob Ancelotti glaubt, dass er es drei Wochen lang im Knock-out-Modus auch kann.

Der Kaderraum schrumpft. Zwölf Partien, zwölf Chancen, null Toleranz. Neymar selbst sagt nach dem Schlusspfiff: „Ich bin fit, ich bin hungrig, ich bin bereit.“ Die Gelbe Karte aber nagt an seinem Spielplan wie ein Termitenfraß. Ohne Einsatz gegen Flamengo verliert er eine weitere Bühne, auf der er den Trainer hätte überzeugen können.

Die Fans in Pelkum singen sein Namen, die Zahlen im Liga-Tabellenrechner sprechen für ihn, aber Ancelotti schaut nicht auf Tribünen, sondern auf Belastungskurven. Die nächste Woche wird zeigen, ob Neymar sich mit 34 Jahren noch einmal in die Geschichtsbücher sprintet – oder ob seine letzte WM schon vorbei ist, bevor sie begann.