Neuer: effenberg rät zu bundesliga-verbleib – wm-traum geplatzt?
Die Diskussionen um Manuel Neuers mögliche Rückkehr ins DFB-Team für die anstehende Weltmeisterschaft scheinen vorerst ein abruptes Ende zu finden. Der ehemalige Bayern-Kapitän und Sport1-Experte Steffan Effenberg hat sich entschieden gegen eine Nominierung ausgesprochen und plädiert stattdessen für einen Verbleib des 40-Jährigen in der Bundesliga – und das vor allem zum Wohle des jungen Jonas Urbig.

Ein sommer der ruhe statt wm-stress
Effenbergs Argumentation ist klar: Neuer benötigt eine ausgiebige Sommerpause. „Er braucht die Priorität der Pause und er wird eine Sommerpause brauchen“, betonte er im Doppelpass. Die WM würde eine „extreme Mehrbelastung“ darstellen, vor allem angesichts der wiederkehrenden kleineren Verletzungen, die den Bayern-Keeper in der vergangenen Saison geplagt haben. Sieben Spiele verpasste er aufgrund von Muskelfaserrissen – ein Fakt, der die Debatte um seine Fitness und Einsatzfähigkeit zusätzlich anheizt.
Es geht aber nicht nur um Neuers körperliche Verfassung. Effenberg sieht auch den sportlichen Aspekt: „Ich wünsche es mir, dass er noch ein Jahr bei Bayern dranhängt. Nicht nur für den Verein und die Bundesliga, sondern auch für Jonas Urbig, der in der nächsten Saison noch mehr von ihm lernen wird.“ Der junge Urbig ist beim Rekordmeister als klarer Nachfolger Neuers eingeplant, und eine weitere Saison unter der Anleitung des Weltklasse-Keepers könnte seine Entwicklung enorm beschleunigen.
Auch Sport1-Experte und Legia Warschau-Manager Fredi Bobic teilt diese Einschätzung. „Ich glaube nicht, dass er bei der WM spielt“, erklärte Bobic. Er wünscht sich, dass Neuer „noch ein Jahr in der Bundesliga spielt. Er hat das Torwartspiel verändert.“ Bobic lobte Neuers außergewöhnliches Talent: „Er war schon immer der Beste.“
Neuers Rückzug aus der Nationalmannschaft nach der Heim-EM 2024 und seine wiederholten Versicherungen, dass ein DFB-Comeback kein Thema sei, werden durch Effenbergs und Bobics Aussagen nun weiter untermauert. Trotz seines beeindruckenden Auftritts im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid, bei dem er einmal mehr seine Weltklasse demonstrierte, scheint die WM-Bühne für den Routinier nicht mehr die richtige Wahl zu sein.
Die Entscheidung ist gefallen: Manuel Neuer soll sich auf seine Genesung und die Weitergabe seines immensen Wissens an die nächste Generation konzentrieren. Es ist ein Abschied von der internationalen Bühne, der zwar schmerzt, aber möglicherweise der richtige Schritt für alle Beteiligten ist.
