Zverevs galgenhumor: sinner dominiert – und alle anderen?

Alexander Zverev hat nach seiner erneuten Niederlage gegen Jannik Sinner im Finale von Madrid seinen Frust mit Galgenhumor überspielt. Doch hinter der ironischen Bemerkung über eine mögliche Pause Sinner's bei den French Open verbirgt sich eine ernste Erkenntnis: Der Südtiroler scheint derzeit unaufhaltsam – und stellt die gesamte Tenniswelt vor eine gewaltige Herausforderung.

Die lücke klafft: zverev ist nicht allein

Die 1:6, 2:6 Klatsche im Madrider Finale war kein Einzelfall. Es war bereits die neunte Niederlage in Folge gegen Sinner für den Hamburger. „Es gibt im Moment eine große Lücke zwischen Sinner und allen anderen“, räumte Zverev offen ein. Diese Lücke ist nicht nur für ihn spürbar, sondern betrifft die gesamte Konkurrenz. Selbst etablierte Spieler wie Zverev, Alcaraz und Djokovic scheinen derzeit keine Antwort auf Sinner's Dominanz zu finden.

Ein rekord jagt den nächsten

Ein rekord jagt den nächsten

Sinner's aktuelle Form ist schlichtweg beeindruckend. Als erster Spieler seit Novak Djokovic vor zehn Jahren erreichte er die Marke von über 14.000 ATP-Punkten (nun 14.350). Fünf Masters-Turniere in Folge – Paris, Indian Wells, Miami, Monte Carlo und Madrid – sprechen eine deutliche Sprache. Dabei bezwang er auf dem Weg zum Titel stets auch Zverev. Die Frage ist nicht, ob Sinner weitere Titel holen wird, sondern wann.

Alcaraz

Alcaraz' ausfall verändert wenig

Die Verletzungspause von Carlos Alcaraz, der Titelverteidiger in Paris, hätte eigentlich eine Chance für andere Spieler bieten können. Doch die Dominanz Sinner's macht auch dies zunichte. Die Jagd nach dem ersten Grand-Slam-Titel für Zverev – und für viele andere – scheint in Anbetracht der aktuellen Verhältnisse eine nahezu aussichtslose Mission. Seine eigentlich gute Form auf Sand, die sich in Halbfinalteilnahmen bei den bisherigen Masters bewies, wirkt angesichts Sinner's Machtlosigkeit verpufft.

Ein hoffnungsschimmer für paris?

Ein hoffnungsschimmer für paris?

Zverev selbst zeigte sich selbstkritisch: „Ich glaube, heute hätte ich gegen jeden verloren. Ich habe ein furchtbares Match gezeigt.“ Er räumte ein, dass er sich intensiv damit auseinandersetzen müsse, wie er gegen Sinner gewinnen kann – gegen alle anderen funktioniert es ja. In Paris wird Zverev wieder als Nummer zwei gesetzt sein, ein mögliches Finale gegen Sinner könnte dann die Chance zur Revanche bieten. „Ich kann auch mal schlechte Tage haben“, witzelte Sinner, doch die Frage bleibt: Wie viele schlechte Tage kann die Tenniswelt sich leisten, bevor Sinner seine Herrschaft manifestiert?

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich die Situation verändert. Doch im Moment scheint es so, als ob Jannik Sinner die Tenniswelt im Griff hat – und die anderen nur darauf warten können, dass er einen kleinen Fehler macht.