Neuer, davies und musiala kämpfen gegen die uhr: bayerns verletzte hoffnungsträger jagen madrid

Während die Länderspielmaschine dreht und Kimmich, Goretzka & Co. für ihre Nationen auflaufen, bleibt in der Säbener Straße eine kleine Gruppe zurück – und diese Gruppe könnte den Kurs der Saison bestimmen. Manuel Neuer, Alphonso Davies und Jamal Musiala absolvieren Einzeltrainings, stoppen jeden Tag die Zeit, bis es in der Champions League gegen Real Madrid ernst wird.

Stroboskop-gefühl: neuer trainiert mit spezialbrille

Die Bilder, die am Dienstag durch das Internat schwirrten, zeigen Neuer mit den berüchtigten Stroboskop-Brillen, begleitet von Keeper-Coach Jannis Bärtl. Der 40-Jährige, der morgen sein runderes Jubiläum feiert, will nach seiner Adduktoren-Reizung spätestens beim Rückrunden-Start wieder auf dem Feld stehen. „Manuel ist ein Phänomen“, schwärmt Vincent Kompany. „Er kommt von einer schweren Verletzung und liefert trotzdem Saison für Saison Spitzenwerte ab. Die Kernaussage lautet Hunger – er will noch mehr.“

Bei Davies und Musiala sieht es komplizierter aus. Der Kanadier laboriert seit Wochen an einer Rückenmuskulatur, Musiala schleppt eine chronische Sprunggelenk-Entzündung mit sich. Sportdirektor Christoph Freund nimmt trotzdem den Optimismus nicht: „Phonzy und Jamal nutzen jeden Tag maximal aus. Unser klarer Wunsch ist, dass beide nach der Pause wieder dabei sind.“

Musialas achtstündiger marathon

Musialas achtstündiger marathon

Details aus dem Trainingszentrum verraten, wie hart der 21-Jährige arbeitet: bis zu acht Stunden täglich, zwischen Säbener Str. und seinem Wohnzimmer, Physiotherapie, Kraft, Coordination, Mentaltraining. Der Plan: nächste Woche erstmals wieder Mannschaftsbetrieb, dabei aber nur Kurzeinsätze, um das Gelenk nicht erneut zu reizen. Zweck: Mitte April fit für Madrid, im Sommer in Bestform zur WM.

Auch Aleksandar Pavlović bleibt in München. Der Youngster wurde wegen Hüftproblemen aus dem DFB-Kader gestrichen und kann nun individuell aufbauen. Für Kompany ein Nebeneffekt: „Wir behalten drei Schlüsselspieler in der eigenen Hand, statt sie quer durch die Welt zu schicken.“

Die Zahlen zeigen, warum das so wichtig ist: Ohne Neuer kassierte der FC Bayern in dieser Saison pro Spiel 0,4 Tore mehr, ohne Davies ging die Effektivität auf der linken Seite um 18 % zurück. Und Musiala? In den Partien ohne ihn sank die Vorwärtsbewegung um fast ein Drittel. Drei Ausfälle, drei Baustellen – und trotzdem herrscht in der Kabine kein Krisenmodus, sondern ein flackernder Glaube, dass gerade diese Verletzten-Rückkehrer den Knackpunkt im Viertelfinale liefern könnten.

Real Madrid schaut ebenfalls nach München. Die Spanischen Medien titeln bereits vom „Duell der Giganten“, doch im Getümmel der Säbener Straße weiß man: Ein fitter Neuer, ein explosiver Davies und ein zaubernder Musiala wären mehr als nur Namen auf dem Papier – sie wären das psychologische Plus, das den Brückenschlag vom 4:0 gegen Union Berlin zur Champions-League-Sensation schaffen könnte. Die Uhr tickt. Die Brillen blinken. Und die Bayern haben ihren Plan: zuerst gesund, dann Madrid.