Neuer austria-vorstand zorn: „brenne für diese aufgabe“

Neuer wind bei der wiener austria: tomas zorn stellt sich vor

Tomas Zorn, der neue Sport-Vorstand der Wiener Austria, hat sich am Donnerstag vorgestellt und versichert, sich das Vertrauen der Fans und der Öffentlichkeit erarbeiten zu wollen. Der von der Investorengruppe um Ex-Vorstand Jürgen Werner vorgeschlagene Zorn zeigte sich bei seiner Präsentation hochmotiviert und betonte, dass er „richtig Lust“ habe, mit dem Traditionsklub wieder erfolgreich zu sein.

Unübersichtliche lage und klare prioritäten

Zorn tritt sein Amt in einer durchaus schwierigen Situation an. Er betonte jedoch, dass er nicht gekommen sei, um „Stellvertreterkriege“ zu führen, sondern vielmehr auf eine gute Zusammenarbeit zu setzen, um auch „Störfaktoren von außen“ zu minimieren. Er distanzierte sich klar von den Investoren und betonte, er sei „kein Stellvertreter“, sondern wolle eigenständig handeln.

Rangnick-empfehlung und frühe gespräche

Rangnick-empfehlung und frühe gespräche

Die Bestellung von Zorn geht auf eine Empfehlung von Teamchef Ralf Rangnick zurück, den Zorn seit über 15 Jahren kennt. Erste Gespräche mit der Austria gab es bereits vor anderthalb Jahren, vermittelt durch Aufsichtsratsmitglied Hanno Egger. Zorn schätzt Rangnicks Expertise im Fußball und betont den regelmäßigen Austausch mit ihm. Ein Treffen in Wien und beim Bundesliga-Spiel gegen Salzburg sind bereits geplant.

Jurist mit fifa-diplom und gestaltungswille

Jurist mit fifa-diplom und gestaltungswille

Der gebürtige Moskauer und ausgebildete Jurist hat nach seiner Zeit bei Lok Moskau das FIFA-Diplom für Klubmanagement erworben und sich intensiv mit Hospitationen und Beratertätigkeiten weitergebildet. „Ich bin ein Macher, ich gestalte gerne. Ich komme ungern irgendwo hin, wo man nur verwaltet“, so Zorn, der im deutschsprachigen Raum arbeiten möchte.

Sportliche ziele und teamarbeit

Sportliche ziele und teamarbeit

Zorn sieht seine Hauptaufgabe darin, gute Prozesse im Scouting und in der Ausbildung zu etablieren. Er lobte den Talentepool der Austria und betonte, er wolle sich nicht in die Arbeit von Trainer Stephan Helm einmischen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass das Erreichen des oberen Play-offs (Top 6) essenziell sei. Er betonte zudem, dass Entscheidungen im Team getroffen werden und er sich ein hervorragendes Verhältnis zu Sportdirektor Michael Wagner, Technischem Direktor Robert Urbanek und Akademieleiter Manuel Takacs wünsche.

Finanzielle aspekte und rückkauf der anteile

Finanzielle aspekte und rückkauf der anteile

Präsident Kurt Gollowitzer betonte, dass wichtige Entscheidungen künftig im Vier-Augen-Prinzip mit Finanzvorstand Harald Zagiczek getroffen werden. Der Syndikatsvertrag mit den Investoren regelt, dass der Verein den Finanzvorstand bestellt, das Vorschlagsrecht für den Sportbereich jedoch bei den Investoren liegt. Gollowitzer zeigte sich zuversichtlich, dass der Rückkauf der Anteile Ende des zweiten Quartals abgeschlossen werden könnte, betonte aber, dass dies nicht zu Lasten der finanziellen Stabilität des Vereins gehen dürfe. Die Austria befindet sich auf einem guten Weg zur Sanierung und hat positive Halbjahres- und Jahresergebnisse erzielt.

Optimismus trotz herausforderungen

Optimismus trotz herausforderungen

Zagiczek verwies darauf, dass die Austria die Lizenz für die kommende Saison zuversichtlich erwarten wird. Es gibt zwar noch Herausforderungen, wie die Reduktion des negativen Eigenkapitals, aber diese seien bereits gelöst oder in der Bearbeitung. Die Austria setzt auf operative Erlöse aus dem Sport, beispielsweise durch Verkäufe selbst ausgebildeter Spieler, um die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern.