Nedveds stille abschied: tschechiens traum in kansas city zerplatzt

Ein gesenkter Blick, gefaltete Hände, lange Haare, die die Enttäuschung kaum verbergen konnten – Pavel Nedved, einst Juve-Vizepräsident, nun Generaldirektor des tschechischen Fußballverbands, verließ das Stadion in Kansas City still und niedergeschlagen. Das 0:3 gegen Mexiko bedeutete das frühe Aus für Tschechien bei der Weltmeisterschaft.

Die rückkehr des verlorenen sohnes

Die rückkehr des verlorenen sohnes

Vier Jahre waren vergangen, seit man ihn als öffentliche Figur zuletzt gesehen hatte. Sein Rücktritt als Juve-Vizepräsident im November 2022 markierte das Ende eines Kapitels. Nach einer Phase der Inhaftierung und anschließenden Freispruch in sportrechtlichen Verfahren wagte Nedved im Januar 2025 einen Neuanfang in Saudi-Arabien, wo er bei Al Shabab als Sportdirektor anheuerte. Doch auch dieser Versuch währte nicht lange.

Mit dem Ziel, die tschechische Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu bringen, kehrte er zurück in seine Heimat und übernahm eine strategische Schlüsselrolle innerhalb des Verbands – ähnlich wie sein Freund Buffon. Als Generaldirektor ist er nun maßgeblich an der Auswahl der Bundestrainer beteiligt. Aber diese Entscheidung scheint sich nun als Fehlentscheidung herauszustellen.

Die bittere Wahrheit – Die Leistungen der Mannschaft entsprachen nicht den Erwartungen, und die demütigende Niederlage gegen die Färöer-Inseln im vergangenen Herbst hatte bereits zum Rücktritt von Bundestrainer Hasek geführt. Der „alte“ Miroslav Koubek übernahm das Ruder, führte Tschechien überraschend durch die Qualifikation, scheiterte aber in Amerika an der Realität des internationalen Fußballs.

Die Frage, wie Nedved nun bewertet wird, hängt in der Luft. Wird er an seiner Position festhalten oder erneut einen Wandel vollziehen? Die jüngsten Aussagen vor dem Spiel gegen Mexiko deuteten auf eine gewisse Zuversicht hin, doch das Ergebnis in Kansas City hat alle Hoffnungen zunichte gemacht. Die Bilanz: drei Spiele, ein Punkt und das vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier.

Ein weiteres Kapitel im steinigen Weg des tschechischen Fußballs ist damit geschlossen. Ob Nedveds strategische Neuausrichtung Früchte tragen wird, bleibt abzuwarten. Die Fans sind enttäuscht, die Medien suchen nach Antworten – und Pavel Nedved blickt in eine ungewisse Zukunft.