Nagelsmanns siegesserie läuft: schweiz-duell wird zur gradmesser

Julian Nagelsmann zelebriert im St.-Jakob-Park ein Geduldsspiel. Fünf Siege, ein Gegentor – seine deutscheFußball-Nationalmannschaft wirkt wie ein Uhrwerk, das erst mal keinen Sprung machen darf. Gegen die Schweiz geht es nun um den sechsten Dreier in Serie, bevor der WM-Countdown in den Endspurt rast.

Warum das schweiz-spiel mehr ist als ein test

Die Nati ist kein Sparringspartner. Mit Granit Xhaka und Manuel Akanji bringt sie genau jene Achse mit, die deutsche Sechser und Innenverteidiger vor der WM noch einmal auf Zahnfächeln prüfen wollen. Nagelsmanns Fragezeichen stehen nicht mehr hinter der Systemfrage, sondern hinter der Dauerbrenner-Rolle von Leon Goretzka und der linken Seite mit David Raum. Ein Aufwärmprogramm sieht anders aus.

Die Aufstellung verrät schon die Marschrichtung: Kimmich als Rechtsverteidiger, Goretzka und Stiller als Doppelsechs, Wirtz und Sané für die vertikale Entlastung. Kai Havertz führt die Spitze an, weil Niclas Füllkrug angeschlagen fehlte. Die Schweiz kontert mit Kobel im Tor und Embolo als Sollbruchstelle – ein Duell, das sich in den WM-K.o.-Runden schnell wiederholen könnte.

Die zahl, die nagelsmann beschäftigt

Die zahl, die nagelsmann beschäftigt

Seit 2011 wartet die DFB-Elf auf einen Pflichtsieg gegen die Eidgenossen. Die letzten drei Pflichtspiele endeten Remis. Die Statistik ist kein Makel, sie ist Mahnung. Denn wer gegen die Schweiz keine Lösung findet, wird vor dem WM-Achtelfital keine Ruhe bekommen.

Der Countdown tickt. Nach dem Abpfiff in Basel bleiben noch zwei Tests, dann fliegt die Mannschaft nach Katar. Für Goretzka, für Raum, für Havertz ist dieses 90-Minuten-Diktat die letzte Visitenkarte. Wer heute glänzt, zieht den Zettel aus Nagelsmanns Taktikmappe nicht mehr heraus. Die anderen müssen bangen.