Nadine fähndrich verabschiedet sich mit kampfherz und platz vier

Sie stürzte, kletterte zurück, schaffte das Halbfinale als Lucky Loser – und verpasste doch das Happy End. Nadine Fähndrich beendet ihre Karriere mit einem vierten Platz im Weltcup-Sprint von Oberhof, hinter einer schwedischen Dreifach-Offensive um Maja Dahlqvist, die sich damit die kleine Kugel sichert.

Der letzte Auftritt der Luzernerin war ein Spiegelbild ihrer Laufbahn: spektakulär, unbequem, niemals langweilig. Schon im Viertelfinale lag sie nach Sturz und Schlusslicht auf, doch ein furioser Endspurt rettete sie als schnellste Dritte aller Heats. Im Halbfinale fuhr sie kontertaktisch früh an die Spitze, liess sich erst auf der Zielgeraden von Dahlqvist abdrängen. Im Finale hing sie die meiste Zeit im Windschatten der Schwedinnen, schöpfte Vertrauen – und wurde dennoch erneut von Dahlqvist gestellt.

Kein märchen, aber eine bilanz, die glänzt

Kein märchen, aber eine bilanz, die glänzt

Die 30-Jährige verlässt den Weltcup mit vier Einzelsiegen, zwei Tour-de-Ski-Etappen, 15 Schweizer Meistertiteln und Olympia-Silber im Teamsprint. Die Zahl, die sie selbst am Sonntagmorgen noch am liebsten ausgelöscht hätte: 0,34 Sekunden – der Rückstand aufs Podest. Doch genau diese knappe Distanz macht ihre Geschichte menschlich.

Während Fähndrich sich emotional von der Laufszene verabschiedet, bleibt der Schweizer Sprint nachhaltig in Schweden-Hand. Linn Svahn, Jonna Sundling und Dahlqvist dominierten die Weltcup-Wertung, liessen der Konkurrenz keine Chance. Bei den Schweizern rutschte Anja Weber im Halbfinale auf Rang acht, Alina Meier und Lea Fischer schieden früher aus. Bei den Mänzen lieferten sich Roman Alder und Noe Näff Zehntel-Duelle, doch auch sie fanden keinen Weg ans Podest. Überragender Sieger: der bald 37-jährige Federico Pellegrino, der mit seinem 20. Weltcup-Sieg die italienische Langlauf-Ära beschließt.

Am Sonntag steht Fähndrich noch einmal am Start – eher symbolisch. Die Leichtigkeit wird fehlen, der Druck auch. Aber die Erkenntnis bleibt: Wer so oft aufsteht wie sie, braucht kein Märchenende, um Legende zu sein.