Münster stoppt freien fall: freistoß-batista und platzverweis drehen kellerduell
Plötzlich lagen sie wieder am Boden, neun Spiele ohne Sieg, 1:0 in Braunschweig hinten, der Abstiegsstrudel zog schon an den Knöcheln. Dann schlug Oliver Batista Meier den Freistoß durch die Wand, traf flach links, 75. Minute, und aus dem Getümmel sprang Preußen Münster als neuer 13. der 2. Bundesliga wieder an die Oberfläche.
Der doppelschlag in vier minuten
Jorrit Hendrix hatte den Anschlusstreffer vorbereitet, präzise wie ein Lehrbuchbeispiel nach Hereingabe von Jano ter Horst. Die Führung der Eintracht war nur 15 Minuten alt, Lukas Frenkert, gebürtiger Münsteraner, hatte sie per Kopf erzielt und sich wie der Held seines Viertels gefühlt. Doch Batista Meiers Freistoß drehte nicht nur die Partie, er riss neun Spielen Frust aus der Seele der Gäste. Paul Jaeckel sah Gelb-Rot, weil er nach einer Grätsche nachlegte, und Braunschweig warf alles nach vorne. In der Nachspielzeit kratzte Salomon Nkoa den Ball von der Linie, doch Münster hielt sich mit Zähnen und Krallen an den Dreier.

Hertha findet spät die antwort auf selbstzweifel
Zwei Stunden später jagte Josip Brekalo seine zweite Lederkugel ins Netz, 88. Minute, Olympiastadion tobt, 2:1 gegen Nürnberg. Die Berliner hatten den Aufstieg abgeschrieben, nach dem 2:5 in Paderborn war die Saison für sie psychologisch vorbei. Doch Brekalos Doppelpack – Haken, Schlenzer, flaches Eck – lässt die Lücke zu Platz drei bei acht Punkten nicht größer werden. Sport-Geschäftsführer Peter Görlich hatte „ein Zeichen“ gefordert; das gab es, wenn auch mit Makulatur, denn Tom Baacks Ausgleich kurz vor der Pause war ein Weckruf gewesen.

Magdeburg rutscht, ksc atmet auf
1. FC Magdeburg kassierte die dritte Niederlage nacheinander, 1:3 gegen Karlsruhe, und bleibt Vorletzter. Louey Ben Farhat, 19, traf doppelt, einmal nach Solo über 40 Meter, das zweite Mal mit Innenrist aus 18 Metern. Kapitän Marvin Wanitzek machte den Deckel drauf, Magdeburg kommt nicht mehr hinterher. Der KSC springt auf 33 Punkte, die Abstiegszone ist noch fünf Zähler entfernt, doch die Stimmung im Wildpark kehrt zurück. Torhüter Hans-Christian Bernat sammelt seine fünfte Gelbe wegen Zeitspiels und fehlt am Freitag in Dresden – ein Nebenschauplatz, der Trainer Christian Eichner trotzdem umtreibt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Ein Freistoß, ein Jugendlicher mit Doppelpack, ein Aufstieks-Favorit mit Achterbahn-Gefühl – die 2. Liga liefert wieder den Beweis, dass Tabellenrätsel nur 90 Minuten halten. Münster feiert, Braunschweig sinniert, Hertha hält die kleine Flamme am Leben. Und weil die Spieltagswoche erst beginnt, kann alles schon wieder anders sein, wenn der Ball am Freitag in Dresden rollt.
