Müllers mission vancouver endet im sounders-blues

Vancouver schwankt, Seattle singt. Thomas Müller erlebt seinen persönlichen Concacaf-Crash: 1:2 beim Sounders, 1:5 der Gesamtskore, Traum vorbei. Die Whitecaps, erst im Vorjahr noch Finalist, verabschieden sich im Achtelfinale mit dem Gefühl, dass die eigene Magie nur bis zur Mitte der Straße reicht.

Die frühe führung war ein bluff

Die frühe führung war ein bluff

Jeevan Badwal trifft nach 24 Minuten, das Lumen Field verstummt kurz, und Vancouver glaubt an die große Wende. Doch Seattle dreht an der Lautstärke-Kurbel, Vancouver dreht durch. Danny Musovski und Paul Rothrock schieben in der Schlussphase zwei Nägel ins Kanu – 79. und 83. Minute, basta. Müller spielt alle 90 Minuten, sieht aus wie ein Dirigent, dessen Orchester plötzlich die Noten verwechselt.

Die Statistik nagt an den Kanadiern: nur zwei Torschüsse aus dem Strafraum nach der Pause, dafür 17 Ballverluste im Aufbau. Die Sounders laufen Vancouver einfach weg, nicht mit Talent, sondern mit Tempo. Müller, 36, sucht die Lücke, findet sie nicht, stemmt die Hände in die Hüften, als wüsste er: So endet Europa-Nostalgie in Nordamerika – mit Rumpelkonzert statt Remmidemmi.

Für den Ex-Bayern-Akteur bedeutet das Aus den ersten großen Rückschlag seit seinem Wechsel im Winter. Vancouver hatte ihn geholt, um aus dem Finale-Vorjahres-Trauma (0:5 gegen Cruz Azul) zu erwachen. Stattdessen erwacht das Team nur, um sich selbst zu verlieren. Die Saison geht weiter, der Cup ist weg, und Müllers Leuchtfeuer-Funktion steht plötzlich im Schatten von Fragen nach Erschöpfung und taktischem Fit.

Die Sounders? Die feiern schon das Viertelfinale, während Vancouver nach Hause fährt und weiß: Die Reise endet nicht nur in Seattle, sondern in der Erkenntnis, dass ein Tor in der 24. Minute kein Plan ist, sondern nur ein Versprechen, das man selbst bricht.