Müller schickt thc mit 44-jähriger jakubisova ins pokal-rennnen
Stuttgart ist bereit, der Thüringer HC auch. Herbert Müller lässt vor dem Final4 kein Blatt am Baum und schickt seine Mannschaft mit dem Kommando „Alles raushauen“ in die Porsche-Arena – plus eine 44-jährige „Geheimwaffe“, die eigentlich längst im Ruhestand sein sollte.
Pokalfinale mit rentnerin statt routine
Lydia Jakubisova stand zuletzt 2022 als Aktive auf der Platte, doch die Slowakin mit sechs Deutschen Meistertiteln im Gepäck meldete sich zum Pokal-Showdown zurück. „Es ist alles möglich“, sagt sie und klingt dabei wie eine Spielerin, die weiß, dass Turniere keine Alterskontrollen machen. Ihre Erfahrung – zwei Pokalsiege, Dutzende Final4-Minutes – ist Müllers Joker, wenn es in den letzten zehn Minuten um Nerven geht.
Der Coach selbst redet den Außenseiter-Status klein. Tabellenvierter, zweimal gegen Blomberg-Lippe und Dortmund verloren – interessiert ihn nicht. „Ein Pokal hat ganz andere Gesetze“, sagt er und schlägt dabei die Hände so laut zusammen, dass es in der Halle widerhält. Gemeint ist: Wer in Stuttgart zögert, fliegt.

Scheib und reichert tragen die hoffnung
Jana Scheib, 25, Rückraum-Motor des THC, gibt sich kämpferisch: „Wir wollen mit etwas Zählbarem zurückkommen.“ Dahinter steckt das 26:25 aus dem Januar gegen genau den Gegner vom Samstag, Bensheim/Auerbach. Johanna Reichert, Topscorerin mit 98 Budesliga-Treffern, wird an diesem Erfolgsszenario basteln müssen – und an der Tatsache, dass sieben deutsche WM-Zweite gleichzeitig aufläuft. Nie zuvor war ein Pokalfinale so mit Nationalstars gespickt.
Die Causa Jakubisova sorgt in den Sozialen Medien bereits für Lacher und Legendenbildung. „Oma Lydia“ wird dort genannt, doch niemand im THC-Camp lacht. Denn wer einmal den Pokal hochhielt, weiß: Ruhm ist unabhängig von der Geburtsurkunde.
Am Ende zählt nur der Henkel. Und den will der Thüringer HC am Sonntagabend zum vierten Mal in die Kabine tragen – egal, ob mit 20 oder 44 Jahren auf der Platte.
