Mt melsungen wirft thw kiel aus der spur – 30:29-sensation mit herz und härte

Die MT Melsungen hat den THW Kiel an der Schwalm gekippt. 60 Minuten lang spielten die Hessen, als gäbe es kein Morgen, und feierten am Ende einen 30:29-Erfolg, der in die Klubgeschichte eingeht.

Kastening trifft, mensing lebt, kristopans trägt

Timo Kastening eröffnete mit dem 11:10 aus dem Rückraum den Befreiungsschlag, Aaron Mensing zeigte nach seiner Verletzungspause, dass sein linker Arm noch immer Gift ist, und Dainis Kristopans schraubte die Führung in der 50. Minute auf plus fünf – ein Vorsprung, der selbst dem Rekordmeister die Sprache verschlug.

Die Partie war kein Handballspiel, sie war ein Kampf. Zwischen den Linien herrschte Krieg, auf den Rängen Taumel. Zweimal lag Melsungen mit zwei Männern zurück, weil Kiels Bence Imre die Bande rammte und die Schiedsrichter kalte Duschen verteilten. Die Halle kochte, die Uhr tickte, und plötzlich stand es 29:29.

Pfostenglück und ein kapitän mit eis

Pfostenglück und ein kapitän mit eis

Der Siebenmeter für Kiel klatschte gegen das Aluminium, Kastening verwandelte im Gegenzug. 30:29, Schluss, aus, vorbei. Die Fans stürmten die Spielfläche, die Spieler fielen sich in die Arme, und selbst Trainer Michael Roth vergaß sein sonst so steinernes Gesicht.

Mit dem Sieg springt Melsungen auf Rang fünf und zieht im Rennen um die Europacup-Plätze davon. Für Kiel bedeutet die Niederlage den zweiten Rückschlag innerhalb von sieben Tagen – und die Gewissheit, dass die Meisterschaft kein Selbstläufer wird.