Bayern spielt sich in den april-wahnsinn: acht pflichtspiele, ein triple-traum und ein kompany-plan
Der FC Bayern hat den März kaum verabschiedet, da wartet der April schon mit einer Ansage: bis zu acht Pflichtspiele in 30 Tagen, darunter das Champions-League-Gipfeltreffen mit Real Madrid und ein Pokal-Knaller bei Bayer Leverkusen. Die UEFA nagelte am Freitag die Termine fest – und machte aus einem engen Programm einen Sprengsatz.
Der zeitplan ist kein wunschkonzert, sondern ein kalender-karate
Los geht’s am Dienstag, 7. April, 21 Uhr, im Estadio Santiago Bernabéu. Das Rückspiel folgt eine Woche später, am 15. April, in der Allianz Arena. Schafft der Rekordmeister den Sprung ins Halbfinale, fliegt die Mannschaft am 28. April entweder nach Paris oder nach Liverpool, ehe am 6. Mai das Rückspiel in München ansteht. Dazwischen liegt nur ein Bundesliga-Wochenende – und genau das ist Vincent Kompany’s Trumpf.
Denn während Jürgen Klopp in Liverpool oder Luis Enrique in Paris mit Ligapokal-Terminen jonglieren müssen, kann der Belgier in der Bundesliga rotieren wie ein Schachgroßmeister. Nach dem 4:1 gegen Atalanta hat Bayern neun Punkte Vorsprung auf Platz zwei. Mainz und Heidenheim, zwei Abstiegskandidaten, sind Pflichtaufgaben, keine Kopfschmerzen. Kompany kann schonen, wer angeschlagen ist, und trotzdem nichts anbrennen lassen.

Kane, musiala & co. liefern argumente – nicht nur tore
Harry Kane traf in den letzten vier Europapokal-Partien siebenmal. Jamal Musiala tankte sich in die deutsche Medien-Riege der „Unspielbaren“. Und Dayot Upamecano? Der Franzose wirkt endlich so souverän, wie die Scoutings vor drei Jahren versprochen hatten. Das 10:2 gegen Atalanta war kein statistisches Ausrufezeichen, sondern ein Statement: Wer uns unterschätzt, fliegt raus.
Real Madrid ist allerdings kein Serie-A-Mittelmaß. Carlo Ancelotti hat Vinícius und Bellingham in Topform, und im Bernabéu verlor Bayern zuletzt 2018 mit 1:2. Die Statistik kennt die Namen, aber nicht die Tagesform. Und die spricht für München: 21 Siege in 24 Pflichtspielen, drei Tore Schnitt in der K.o.-Phase. Die Zahlen sind laut, der Gegner wird’s hören.

Paris oder liverpool – das uefa-geschäft kennt kein pardon
Sollte das Wunder Madrid gelingen, winkt das nächste Super-Team. Paris Saint-Germain bekam seine Liga-Spielverlegung gegen Lens genehmigt, doch der französische Verband zeigte damit auch, wie schnell er reagieren kann. Für den deutschen Rekordmeister ist das ein Lehrstück: Wer lange in drei Wettbewerben dabei ist, braucht eine B-Elf, die fast so gut ist wie die A-Elf. Kompany hat sie. Joshua Kimmich kann rechts wie zentral spielen, Konrad Laimer presst wie ein Boxer, Mathys Tel wartet nur auf den nächsten Doppelpack. Die Bank ist kein Sammelbecken für müde Beine, sondern ein Waffenarsenal.
Und das DFB-Pokal-Halbfinale? Es findet am 22. April in Leverkusen statt – genau in der Woche zwischen dem möglichen CL-Hinspiel und dem Rückspiel. Xabi Alonso spielt bislang eine Saison wie aus dem Lehrbuch, aber auch Bayer 04 muss gegen Werder Bremen, Union Berlin und Frankfurt Punkten. Die Belastung ist kein Einbahnstraßen-Spiel.
Der April wird zur Geduldsprobe für Spieler, Staff und Fans. Aber er wird auch zur Visitenkarte. Wer nach diesem Monat noch drei Träger tragen kann, hat nicht nur Silberware im Koffer, sondern auch die Antwort auf die Frage, ob dieser Bayern-Jahrgang bereit ist für die ganz große Bühne. Die UEFA hat den Kalender geschrieben, Kompany und seine Truppe müssen nur noch die Unterschrift darunter setzen – mit Siegen.
