Msv duisburg droht der absturz aus den aufstiegsrängen
1:5 in Rostock, 1:6 in Wiesbaden – die Abwehr des MSV Duisburg wirft sich selbst aus dem Aufstiegsrennen. Trainer Dietmar Hirsch sprach nach der neuesten Klatsche vom „Arsch voll“, und das meinte nicht nur die siebenstündige Heimfahrt.

Die abwehr tickt wie ein countdown
Alexander Hahn, Kapitän und eigentlich das Betongerüst der Hintermannschaft, wirkte in Rostock wie ein Fremder im eigenen Strafraum. Dreimal musste er beim ersten Gegenzug schon hinterherlaufen, bevor der Ball im Netz zappelte. Die Statistik lautet: zwölf Gegentore in zwei Auswärtsspielen – das ist kein Ausrutscher, das ist ein Muster.
Die Zahlen sind lauter als jede Kabinenansprache. Vor dem Karnevalswochenende stand der MSV noch auf Platz zwei, jetzt ist er erstmals außerhalb der Aufstiegszone. Rot-Weiss Essen zog vorbei, 1860 München schnüffelt von Platz fünf nur zwei Punkte dahinter. Und das Schlimmste: Die Löwen kommen am Sonntag in die Wedau – mit Kevin Volland, sechs Spielen ohne Niederlage und dem Geruch von frischem Selbstvertrauen.
Hirsch versuchte nach dem Spiel, die Wut in Analyse umzuwandeln, doch die Sätze zerbröselten zwischen „zu weit auseinander“ und „keine Zweikampfverbundenheit“. Was blieb, war ein Satz, der mit jedem Kilometer auf der A19 schwerer wurde: „Wenn wir so verteidigen, brauchen wir nicht über Aufstieg reden.“
Die Saison begann mit sieben Siegen in acht Spielen, mit einer Energie, die Gegner früher schon in der Kabine spürten. Dann kam Dezember, drei Partien ohne Dreier, und plötzlich war die Automatik weg. Die Laufwege, die früher wie Geheimcodes funktionierten, wurden lesbar. Die Abwehrreihe rutschte auseinander wie ein schlecht verklebter Puzzleteil.
Jetzt steht der MSV vor dem Ruhr-Derby in Essen – ohne Lösung, aber mit dem Druck, endlich wieder zu gewinnen, um nicht den Anschluss ganz zu verlieren. Die eigene Fanszitung titelte schon „Mission Kurskorrektur“, doch selbst das klingt wie ein frommer Wunsch. Denn wer zweimal in Folge klar verliert, ohne dass die Abwehr sich neu sortiert, der verliert auch die Kontrolle über die eigene Geschichte.
Die Tabelle lügt nicht: 51 Punkte, 31 Spiele gespielt, sieben noch zu gehen. Theoretisch reichen 15 Zähler für den direkten Aufstieg – wenn hinten endlich null steht. Praktisch sieht es so aus, als hätte der MSV die Play-offs schon im Kopf, während der Gegner noch vorbeizieht. Wer so verteidigt, spielt nicht mit dem Aufstieg, sondern mit dem Abstieg aus den Top-Plätzen.
