Mouriño jubelt: celta-chefin peilt 2:1-sensation in freiburg an

Marian Mouriño strahlt. 48 Stunden vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Europa Conference League sitzt die Präsidentin des Celta de Vigo in der VIP-Loge von Balaídos, zieht die Luft durch die Nase und sagt den Satz, der in ganz Galicien nachhallt: „Mein Tipp steht fest: 1:2 – auswärts.“ Dreimal hat sie diese Prognose in den K.-o.-Runden abgegeben, dreimal traf sie. Jetzt will sie das Kunststück in Freiburg wiederholen.

900 Fans reisen trotz killer-anreise

Die Zahlen sprechen für sich. 900 Cepter werden morgen im Europa-Park Stadion stehen, obwohl es keine Direktverbindung gibt und die Anreise über Basel mit Nachtbus und Frühaufsteher-Pass endet. Mouriño kennt die Geschichten: „Sie nehmen Urlaub, zahlen aus eigener Tasche, schlafen in Drei-Bett-Zimmern. Das ist keine Fan-Kultur, das ist Lebensphilosophie.“

Die 39-Jährige führt den Klub seit Juli 2023, übernahm ein Wrack mit 188 Millionen Euro Schulden und einer Mannschaft, die sich in der Abstiegszone verfing. Zwölf Monate später ist Celta Sechzehnter der Primera División – das reicht, um den Klassenerhalt schon jetzt als „erstes Ziel abgehakt“ zu verkünden. 15 Jahre erstklassig in Folge, das hatte zuletzt 1977 niemand mehr für möglich gehalten.

„Wir haben die angst abgelegt“

„Wir haben die angst abgelegt“

Mouriño erzählt, wie Trainer Rafael Benítez nach dem 3:2 in Jerusalem die Kabine betrat und sagte: „Jungs, von jetzt an spielen wir nur noch Finals.“ Seitdem gewann Celta fünf Auswärtsspiele in Folge, schoss 14 Tore und kassierte vier. Die Defensive stand nie länger als 27 Minuten ohne Gegentreffer – und genau das macht der Präsidentin keine Sorgen. „Wir haben die Angst abgelegt, nicht das Risiko“, sagt sie und lacht. Das Lachen klingt, als hätte sie schon die 90. Minute vor Augen.

Der Blick fällt auf das Spielfeld, wo gerade die U19 ein Testspiel bestreitet. Die Rasenheizung summt, die neuen LED-Masten flackern. 62 Millionen Euro investierte der Klub in Infrastruktur, finanziert durch den Verkauf von Talents wie Gabri Veiga. Mouriño sieht das nicht als Verrat, sondern als Öl im Getriebe: „Wir verkaufen nicht Spieler, wir kaufen Zukunft.“

Rückspiel in balaídos: 24.000 stimmen gegen den ball

Rückspiel in balaídos: 24.000 stimmen gegen den ball

Am 18. April kehrt Freiburg nach Vigo zurück. Dann stehen 24.000 Zuschauer im ältesten Stadion Spaniens, das seit 1928 jeden europäischen Gegner mindestens einmal geschluckt hat. Mouriño hat schon jetzt die Kasse geöffnet: 5.000 Tickets zu zehn Euro für Mitglieder, kostenloser Shuttle-Bus, Anschnallpflicht für Stimmbänder. „Wir wollen, dass sich die Jungs drehen und sagen: Was ist denn das für ein Irrenhaus?“

Sie selbst wird wieder auf Platz 1 sitzen, neben ihrem Vater, dem ehemaligen Vizepräsidenten. Wenn der Schiedsrichter pfeift, wird sie die Hände ineinander vergraben und den Satz murmeln, der ihr durch den Kopf geht, seit sie denken kann: „Wir sind Celta, wir dürfen nie aufhören zu glauben.“ Und wenn es am Ende wirklich 1:2 steht, wird sie nicht jubeln. Sie wird nur lächeln – und wissen, dass das nächste Spiel schon wartet.