Motiejunas enthüllt: warum die nba die euroleague klonte, aber scheiterte

Paulius Motiejunas sitzt in einem Kafiglas-Konferenzraum in Vilnius, raucht nicht, aber seine Finger trommeln wie bei einem Freiwurf im letzten Viertel. „Du kannst nicht einfach Anteilseigner rauswerfen“, sagt er leise, und schon ist klar: Hier spricht der Mann, der den europäischen Basketball fast an die NBA verkauft hätte – und der ihm am Ende widerstand.

Warum die 13 a-lizenz-klubs nein sagten

Die NBA hatte alles vorbereitet: 2027 sollte ihre neue Liga starten, acht Top-Clubs, globale TV-Rechte, ein Fest für die „Revenue-per-Fan“-Statistik. Doch die Antwort aus Barcelona, Madrid und Mailand war ein einziges, kollektives Nein. Motiejunas lüftet den Vorhang: Die Liga wollte die historischen Eigentümer abservieren, die seit 26 Jahren Spielstätten finanzieren, Fan-Kulturen am Leben halten und sich nicht zu Staffage in einem US-Franchise machen lassen. „Wenn du 13 Anteilseigner hast, kannst du nicht sagen: ‚Ach, acht reichen auch‘“, so der Litauer. Die Klubs verlangten Gegenangebote, es gab Oktober-Treffen, danach Schweigen.

Der faktor zagklis und die verpatzte mediation

Der faktor zagklis und die verpatzte mediation

Andreas Zagklis, Generalsekretär der FIBA, flog zwischen New York und München, organisierte Videocalls, schickte Nacht-SMS. Er wollte Brücken bauen, doch die NBA-Seite blieb starr bei ihrem kleineren Setup. Motiejunas bestätigt: „Die Tür war offen, aber keiner trat ein.“ Der Grund: Die NBA wollte Kontrolle, nicht Kooperation. Und die EuroLeague wollte Geld, aber nicht ihre Seele verkaufen.

Was jetzt bleibt – und warum 2027 trotzdem ein schlag wird

Was jetzt bleibt – und warum 2027 trotzdem ein schlag wird

Motiejunas glaubt nicht an den Untergang. Er sieht fünf parallele Ligen, wenn sich niemand bewegt. „Das wäre ein Schaden für alle“, sagt er und deutet an, dass einige Klubs bereits parallel verhandeln – jeder Funktionär trägt zwei Hüte. Der neue CEO Jordi Bertomeu kennt die NBA-Seite, das kann helfen oder alles noch schneller zerreißen. Die Uhr tickt: In 18 Monaten will Silver sein Produkt auf dem Feld haben. Die EuroLeague hat bis dahin zwei Optionen: mitmachen auf Augenhöhe oder das Risiko eingehen, dass die NBA einfach ohne sie startet.

Am Ende bleibt eine Zahl: 26 Jahre Investitionen, die nicht einfach gegen ein TV-Modell eingetauscht werden. Motiejunas steht auf, zieht die Jacke an. „Wir brauchen keine neue Liga“, sagt er. „Wir brauchen einen neuen Deal.“ Ob der kommt, entscheidet sich nicht in Manhattan, sondern in den Fanblocks von Piräus und Vitoria. Dort wird 2027 der echte Schlag fallen – mit oder ohne NBA.