Fribourg verliert playoff-turbosand schmid – schweiz trauert um wm-traum
Sandro Schmid ist weg. Nicht nur für die Playoffs, sondern für den Rest der Saison. Ein Check von Marco Müller im Derby gegen Bern hat dem Topscorer von Fribourg-Gottéron das Genick gebrochen – und der Nationalmannschaft damit ihre Leitplanke.
Die diagnose kommt spät, aber sie trifft hart
Erst hoffte Präsident Hubert Waeber noch auf ein baldiges Comeback, redete sich ein, „vielleicht nicht gleich fürs erste Spiel“, aber irgendwann. Die Medienmitteilung vom Montagabend machte diese Hoffnung zunichte: Unterkörperverletzung, Saisonende, Punkt. 38 Scorerpunkte in 52 Spielen – weg. Die Silbernen in Zürich und Fribourg? Der Klub schweigt. Die Fans nicht.
Die Saanestädter haben in der Qualifikation dominiert, 1:18 lautete das Debakel für Davos. Doch was nützt der Sieg, wenn der Motor ausfällt? Schmid war nicht nur Zweitbester hinter Chris DiDomenico, er war der Katalysator in Rönnbergs System: First-Man-In, PK-Workhorse, Powerplay-Quarterback. Ohne ihn wirken die 1-3-1-Formationen plötzisch starr, die Breakouts vorhersehbar.

Die kabine reagiert mit schweigen und wut
„Wir sind traurig für Sandro“, zitiert die Vereinssprechstunde Gerd Zenhäusern. Das klingt nach PR, hinter verschlossenen Türen kursiert ein anderes Wort: Krieg. Denn Müller, der Checkgeber, wird in der Postseason genau dort auftauchen – in der Postseason, die Schmid nun von der Tribüne verfolgen muss. Die Liga prüft kein Supplemental Discipline, die Tat war regelkonform. Für Fribourg trotzdem ein Akt der Gewalt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mit Schmid kassierte Gottéron 2,1 Gegentore pro Spiel, ohne ihn 3,4. Die Powerplay-Quote brach von 24 % auf 14 % ein. Und die Scheibenbefreiung in der Defensivzone? Minus 18 %. Die Statistik ist kein Spiegel, sie ist ein Vorbote.
Die Weltmeisterschaft rückt näher, Sportchef Patrick Fischer muss umdenken. Schmid war eigentlich fix für die Zentrale Rolle neben Nico Hischier vorgesehen. Nun droht der Verband ein Loch in der Top-6 – und ein PR-Desaster, wenn der Heim-WM-Star fehlt. Die Tickets sind verkauft, die Slogans gedruckt. „Zusammen für Sandro“ war geplant. Nun heißt es „Trotzdem für Sandro“.
Für den Spieler selbst beginnt die Hölle aus Reha und Frustration. Sechs Monate minimum, sagen Insider, eher acht. Das bedeutet: kein Sommertraining, kein Nationalteam-Lehrgang, kein Media Day. Stattdessen Antigravity-Laufband und Kniebeuger-Protocol. Die Karriere ist nicht bedroht, aber der Rhythmus ist es. Schmid ist 28, sein Vertrag läuft 2027 aus – mit 30 wird verhandelt, nicht mit 29.
Die Fans haben bereits Spendenaktionen gestartet, #SchmidStrong trendet. Der Club antwortet mit Merchandise, die Einnahmen fließen in die Rehabilitationskosten. Eine schöne Geste, doch der Countdown läuft. Am 7. März beginnt das Viertelfinale, Gegner wird vermutlich Zug. Ohne Schmid. Mit einem Loch in der Seele und zwei in der Reihe.
Die Botschaft ist hart, aber ehrlich: Der Check war legal, die Folge ist illegal für die Meisterschaftsträume. Wer jetzt noch von Kontinuität schwafelt, hat die Playoff-Tabelle nicht verstanden. Fribourg muss neu erfinden, was in 52 Spielen funktionierte. Die Uhr tickt. Die Scheibe liegt im Mittelkreis. Und Sandro Schmid sitzt in der Box – für den Rest der Saison.
