Moratti packt aus: derby-pleite war selbst gemacht – sieben punkte vorsprung retten nichts

Massimo Moratti rechnet hart mit seiner Inter ab: Der 2:1-Sieg des AC Milan im Derby war kein Zufall, sondern die Quittung für ein „selbst eingefangenes Pokalmauern“ in Como. Die sieben Punkte Vorsprung auf dem Papier? „Zuviel passiv trainiert“, sagt der Ex-Präsident.

„Chivu muss das feuer zurückbringen“

Trainer Cristian Chivu steht laut Moratti auf dem Prüfstand. „Ich sah keine Aggression, kein Tempo, keine Augenaufschläge – das ist im Derby unerlässlich.“ Die Mannschaft habe „freiwillig müde“ gespielt, weil sie zuvor im Coppa Italia das Rückspiel schonte und dabei zehn Minuten lang rückwärts passte. „Ein Eigentor im Vorwärtsgang“, so der 79-Jährige.

Der verpasste Ausgleich durch Henrikh Mkhitaryan kurz vor Schluss nennt Moratti „den Symptomtreffer der Saison“. Der Armenier solle „auf der Pinetina stundenlang Elfmeter schießen, bis die Netze qualmen“. Doch das Problem sitzt tiefer: „Wir haben in Europa Tempi gesehen, die in der Serie A unbekannt sind.“

Bastoni-eskalation nur wegen inter-juve

Bastoni-eskalation nur wegen inter-juve

Die nachfolgende Shitstorm-Welle gegen Alessandro Bastoni nach dessen provokanter Jubelpose sieht Moratti als „mediale Kaskade, weil es gegen Juventus war“. Die Bianconeri-Funktionäre, die danach vom „Tod des Fußballs“ sprachen, „holten sich nur alte Rechnungen zurück“. Bastoni habe Fehler eingestanden und sich entschuldigt – „mehr kann man nicht verlangen“.

Verzichten müssen die Nerazzurri in den nächsten Wochen weiterhin auf Lautaro Martínez. „Jeder Ball, den er im Strafraum berührt, wird zum Schuss – und er verbindet Mittelfeld und Angriff wie ein Seil“, schwärmt Moratti. „Ohne Toro droht der kollektive Kater.“

Scudetto nur, wenn sie wieder laufen lernt

Scudetto nur, wenn sie wieder laufen lernt

Die sieben Punkte Vorsprung seien „nicht Geschenkt, sondern erarbeitet“, mahnt der Ex-Boss. „Aber sie schmelzen, wenn die Mannschaft weiter mit Handbremse spielt.“ Das Restprogramm sei „ein Sprint mit Stein im Schuh“: Bologna, Neapel und die Rückkehr des Captain bestimmen, „ob das Scudetto am Ende als Normalität abgetan wird oder als Meisterleistung feiert“.

Moratti glaubt trotzdem. „Diese Serie A ist ein Etappenrennen, kein Kurztrip. Wer zuletzt läuft, lacht – und wir haben die Kaderstärke.“ Die Frage ist nur: Tut sie es auch?