Montella stürzt ab: türkei fliegt raus – 65 schüsse, null tore

Von der Wolke direkt in den Abgrund. Vincenzo Montella wollte mit der Türkei durchstarten, doch das Team schlug gegen Paraguay ungläubig auf. 65 Schüsse in zwei Spielen, kein einziger Treffer – und trotzdem ist die EM beendet. Der Trainer sprach von „Schicksal“ und einer Truppe, die alles gab und dennoch alles verlor.

Die statistik lügt nicht, aber sie schmerzt

Montella zog die Bilanz mit geröteten Augen: „Wir drückten, flankten, zirkelten – und trafen nur die Latte oder den Gegner.“ Die Zahlen waren absurd: 65 Schüsse, 13 Eckbälle, 68 Prozent Ballbesitz, aber die einzigen Tore kassierte die Türkei selbst. „Ich habe seit 35 Jahren nichts Vergleichbares erlebt“, sagte der Coach und schlug sich die Faust in die Handfläche, „das ist Fußball-Perversion.“

Das Drama kulminierte in der 82. Minute: Ein einziger Konter, ein einziger Schuss – und das 0:1 war besiegelt. Die aufgekratzte Presse in San Francisco hatte zuvor den „Aeroplanino“ attackiert, weil er Yılmaz erst spät auswechselte. Montella konterte wütend: „Ich brachte zwei zusätzliche Stürmer, wir riskierten alles. Wer das taktisch kritisiert, soll mir die Formel erklären, wie man einen Ball stoppt, der noch nicht geschossen wurde.“

Nacht in san francisco endet mit tränen

Nacht in san francisco endet mit tränen

Nach dem Schlusspfiff schlurfte der Italiener durch die Kabinengänge, stützte sich an der Wand ab und versuchte, die Tränen der Spieler trocken zu reden. „Es tut weh für die Fans, die Führung, aber vor allem für diese Jungs. Sie haben Herzblut gegeben und trotzdem nur Rückschläge kassiert“, sagte er und seine Stimme brach.

Am Dienstag gegen die USA in Los Angeles bleibt nur noch die „Ehrenrunde“. „Dann zeigen wir wenigstens, dass wir nicht mit hängenden Köpfen nach Hause fahren“, sagte Montella und schob die Kappe ins Gesicht. Die Türkei fliegt früher als gedacht – und Montella fliegt mit ihr, direkt ins tiefste Tal seiner Karriere.