Monney zieht durch – die schweizer wollen in kvitfjell nicht nur mitfahren

Alexis Monney tritt beim zweiten Abfahrtstraining in Kvitfjell aufs Gas, während die Kollegen in den letzten Metern bremsen. Das Ergebnis: Platz drei, bester Schweizer – und eine klare Ansage vor dem Finale.

Die Uhr stoppte bei 1:45,32 Minuten, nur 0,34 Sekunden hinter dem Franzosen Nils Allègre. Dahinter: Vincent Kriechmayr. Davor: niemand aus dem Rotweiss-Team. Die Konsequenz ist so einfach wie brutal: Wer am Samstag mit Monney mithalten will, muss bis ins Ziel durchpusten.

Warum die anderen schweizer plötzlich langsamer wurden

Stefan Rogentin spurtete noch oben mit, verlor aber allein im Schlusssektor 0,96 Sekunden. Die übrigen fünf Eidgenossen – darunter Franjo von Allmen und Marco Odermatt – rollen demonstrativ aus. Rang 18 für Odermatt nach Platz 15 am Vortag. Die Botschaft der Speed-Abteilung: Wir schonen Material und Nerven. Monney dagegen schont nichts.

Die Zielgerade von Kvitfjell ist berüchtigt: flach, windig, eisig. Wer hier Tempo rausnimmt, verliert leicht drei Zehntel – genau der Vorsprung, der später zwischen Podest und Platz sieben steht. Monney riskiert. Das kann nach hinten losgehen. Oder eben nach vorne.

Die frage vor dem rennen: risiko oder rückversicherung?

Die frage vor dem rennen: risiko oder rückversicherung?

Die Antwort liefert die Saisonbilanz. Monney stand in diesem Winter schon zweimal auf dem Podest. Er kennt das Gefühl, dass sich 0,34 Sekunden anhören wie ein Handschlag. Und er weiß, dass sich in Kvitfjell am Samstag niemand zurücknehmen wird, wenn die Kristallkugel im Gesamtweltcup verliehen wird.

Die Uhr tickt. Die Schweizer Bank ist noch nicht geknackt. Doch Monney hat den Code schon mal vorgegeben: Vollgas bis zur Ziellinie.