Iserlohn bricht den teufelskreis: nyman bleibt, roosters wagen kontinuitätswette

Acht Trainer in acht Jahren – das war Iserlohn. Jetzt stoppen die Roosters den Selbstzerlegungsmodus: Stefan Nyman und sein komplettes Staff arbeiten auch 2026/27 weiter, wie der Klub am Freitag gegen 12:02 Uhr verkündete. Es ist das erste Mal seit der Saison 2017/18, dass das Trainerbüro nicht neu tapeziert wird.

Die Botschaft ist klar: Nach dem Chaos soll Stabilität herrschen. Der Schwede kam vor einer Saison, in der Iserlohn als Tabellenzwölfter die Meisterrunde verpasste. Doch statt neuer Köpfe setzen die Sauerländer auf den gleichen Strick – und wollen damit den nächsten Schritt machen.

„Wir waren ein playoff-team“ – nyman will anfangszweifler verblüffen

„Wir haben in der zweiten Saisonhälfte gezeigt, was wir können“, sagt Nyman, der die Mannschaft nach der Winterpause auf Rang sieben schraubte. Die Punkteausbeute nach der Länderspielpause: 1,48 pro Spiel – nur die Top-Fünf waren besser. „Darauf bauen wir auf“, verspricht der 45-Jährige, der in Schweden mit Luleå schon Meister wurde.

Doch der Schwede weiß: Kontinuität allein reicht nicht. Deshalb räumt Sportdirektor Franz-David Fritzmeier kräftig aus: Zwölf Profis müssen gehen. Taro Jentzsch, Eric Cornel und Daniel Fischbuch waren schon vor dem Saisonende abgeschrieben, nun folgen mit Henrik Törnqvist, Noel Saffran, Eirik Salsten, Anthony Camara, Manuel Alberg, Matias Lassen, Macoy Erkamps, Johannes Huß und Nils Elten weitere zehn Namen auf der Abschussliste. Kyle Wood darft noch hoffen – Verhandlungen laufen.

Die truppe wird komplett umgebaut – nur die bank bleibt

Die truppe wird komplett umgebaut – nur die bank bleibt

Die Rechnung der Roosters: Wer nicht liefern kann, fliegt. So hart das klingt, so konsequent ist der Plan. Mit neuen Leistungsträgern soll das Team endlich den Sprung in die Playoffs schaffen – und dort nicht mehr nur mitmischen, sondern angreifen. Die Fans reagierten auf Twitter gemischt: Die einen feiern das Ende der Dauerrotation, andere fürchten, dass wieder nur die Trainer bleiben, die Spieler aber wechseln.

Fakt ist: Iserlohn hat 2026/27 den niedrigsten Etat der Liga – 6,8 Millionen Euro. Trotzdem wollen die Roosters beweisen, dass Geld nicht immer über Sieg und Niederlage entscheidet. Die letzte Kontinuität endete 2018 mit dem Abstieg. Diesmal soll es nach oben gehen. Die Uhr tickt – und Nyman hat jetzt endlich Zeit, sie sich nach seinem Bild zu stellen.