Moleiro zündet la cerámica: champions-league-krönung und wm-traum nach nur einem jahr

Ein einziger Kick hat gereicht. Alberto Moleiro schlug sich nicht nur in die Liste der spanischen WM-Kandidaten, sondern katapultierte Villarreal auf Platz drei – und das als Debütant. Am Sonntag will er gegen Atlético den letzten Akt perfekt machen. „Wir haben uns diese Freude verdient“, sagt er, während die Uhr auf Marcelinos Abschied tickt.

Der kanarier, der die gelbe u-boot-küche anzündete

Moleiro liefert Zahlen, keine Floskeln: acht Tore, fünf Assists, unzählige Gegenpresse-Bälle, die direkt in die Box führen. Die Analysten von Opta rechnen ihm 6,4 zusätzliche Punkte zu – mehr als jeder Mittelfeld-Neuling seit 2018. Die Folge: Villarreal springt erstmals seit 2021 wieder direkt in die ChampionsLeague. Die UEFA-Kasse klingelt mit mindestens 50 Millionen Euro.

Doch der 21-Jährige redet nicht über Geld, sondern über Geschmack. „Letzte Saison schmeckte nach Abstieg, bitter und trocken“, erinnert er sich an Las Palmas. „Diese Saison schmeckt nach Sekt – aber wir wollen noch die Kirsche auf dem Eis.“ Gemeint ist der Sieg gegen Atlético, der die Vizemeister auf Distanz hält und Villarreal die beste Ausgangslage seit 2006 beschert.

Marcelino, der lehrmeister, bekommt seinen abschied

Marcelino, der lehrmeister, bekommt seinen abschied

Der Coach verabschiedet sich nach nur zwölf Monaten, weil der Klub sportlich nach oben will und intern neue Strukturen plant. Moleiro schwärmt trotzdem: „Seine Ansprüche haben mich an die Grenze gebracht, sonst würde ich jetzt nicht über ein WM-Ticket nachdenken.“ Trainer-Gerüchte schwirren durch die Gänge: From Tuchel bis Flores ist alles offen. Der Spieler weiß nur: „Wer auch immer kommt, bekommt eine Mannschaft, die gelernt hat, sich nicht ausruhen zu dürfen.“

Diese Lektion musste Villarreal in den letzten Wochen lernen. Drei Remis gegen Abstiegskandidaten wirkten wie ein Weckruf. Moleiro nimmt’s mit Humor: „Wir haben den Gegnern Luft gegeben – jetzt saugen wir sie wieder ab.“

Wm-liste: flick beobachtet, spanien hofft

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Hansi Flicks Scouts waren in fünf Partiten live, Spaniens Chef-Scout Albert Luque sogar in sieben. Die Pre-List ist kein Garant, aber ein Signal. „Ich will keinen verletzt sehen, nur um selbst zu fliegen“, betont Moleiro und meint Barrenetxea und Fermín. „Wenn ich dabei bin, wegen Leistung, nicht wegen Pech anderer.“ Sein größter Sprung: Torgefahr. Die xG-Werte stiegen von 0,18 auf 0,35 pro 90 Minuten – fast Verdoppelung.

Die Familie auf Gran Canaria hat schon Koffer stehen. „Wenn der Anruf kommt, fliege ich direkt nach Madrid, ohne Umweg“, lacht er. Falls nicht, schaltet er den Fernseher an – „mit derselben Leidenschaft wie früher, als ich noch mit dem Sofa jongliert habe“.

Atlético droht, villarreal träumt

Die Maträtzer brauchen mindestens einen Punkt, um die direkte Champions-League-Quali zu sichern. Die Gastgeber wollen den dritten Platz, die beste Platzierung seit 14 Jahren. Das Estadio de la Cerámica wird ausverkauft sein, 23.000 Stimmen werden zu einem Chor. „Wenn wir gewinnen, feiern wir bis Montag“, kündigt Moleiro an. „Dann leere ich mein Handy, weil die Nachrichten explodieren.“

Und danach? Vielleicht WM, vielleicht Urlaub. „Ein hektischer Sommer wäre nur der Bonus für ein ruhiges Gewissen“, schmunzelt er. Er weiß: Wer sich in LaLiga durchsetzt, kann in Katar mithalten. Die Uhr tickt, der Ball ruht noch 90 Minuten. Dann entscheidet sich, ob Moleiro von der Insel zum Festland und gleich weiter zur Weltspitze fliegt.