Modric spielt weiter, als gäbe es kein morgen – und der milan hofft

Ivan Rakitic lacht, als hätte er den Ball selbst in den Winkel gedrückt. Dabei steht er beim World Legends Padel Tour am Netz von Mailand, schwitzt, und hinter ihm klatscht Luka Modric Beifall – 39 Jahre alt, Haare wie ein Schulknabe, Knie, die nie altern wollten. „Er ist kein Mensch, er ist ein Duracell-Häschen mit Herz“, sagt Rakitic und meint es ernst. Die Frage, die im Raum steht: Wie lange darf der Milan diesen Akku noch entladen?

Der vertrag tickt – und das scudetto auch

Modric’ Klausel für 2024/25 ist noch nicht gezogen. Sie schlägt nur ein, wenn er 50 % der Pflichtspiele bestreitet. Bislang fehlt ihm nichts außer einem halben Zähler Vorsprung auf Inter. „Sieben Punkte klingen viel, aber der Derby-Sieg hat gezeigt: Milan lebt von der Unmöglichkeit“, erklärt Rakitic. Der Kroate kennt den Sound. 2018 hatte Modric im Achtelfinale gegen Dänemark den entscheidenden Elfmeter vergeben – und Rakitic traf den letzten Versuch. „Diesmal wird er sich selbst retten. Er trägt noch drei Finals in den Knochen.“

Die Statistik lügt nicht: Modric gewann 28 seiner letzten 30 Duelle im Mittelfeld – gemessen an Zweikampfquote, Balleroberungen und Vorlagen. Seine 11,3 km Schnitt pro Partie liegen über dem Ligadurchschnitt. „Das ist keine Nostalgie, das ist Biohacking mit Ball“, sagt ein Athletic-Data-Scout, der ihn seit Wochen trackt. Milan-Insider berichten, Pioli habe ihm ein Freistoss-Rezept für die Rückrunde versprochen: jede direkte Vorlage bringt 25.000 Euro Prämie – bar auf die Hand.

Rakitic zieht den plan durch – und der klub auch

Rakitic zieht den plan durch – und der klub auch

Der ehemalige Barça-Stratege arbeitet nebenbei an seinem UEFA-Master. „Ich lerne, wie man Talente bewirtschaftet. Luka ist mein Kapitel eins.“ Er deutet an, dass Modric’ Berater im Mai nach Mailand fliegt – nicht um zu verhandeln, sondern um Termine für die Medicals zu blockieren. „Er will nicht nur spielen, er will gewinnen. Und wenn er bleibt, dann, um Milan endlich wieder die Trophäe zu entreissen.“

Die Fans haben schon ein neues Lied: „Luka, fa’ il Gattuso!“ – ironisch gemeint, doch Rakitic nickt. „Er kann alles, auch Putzen. Das ist kein Nachteil, das ist DNA.“

Am Padel-Center von Scalo Farini endet das Interview mit einem Handschlag. Rakitic dreht sich noch einmal um: „Sagt Milan, sie sollen den Kalender frei machen. Luka spielt, bis der Pokal schwebt.“ Dann schlägt er den Ball übers Netz – drin. Wie Modric’ Option: noch nicht geliftet, aber längst entschieden.